43-Stunden-Woche: Starker Franken – Ruag lässt länger arbeiten

Aktualisiert

43-Stunden-WocheStarker Franken – Ruag lässt länger arbeiten

Der Technologie- und Rüstungskonzern Ruag erhöht für 650 seiner 4400 Mitarbeitenden die wöchentliche Arbeitszeit von 40 auf 43 Stunden.

von
cls
Der CEO der Ruag Gruppe, Urs Breitmeier konnte den Umsatz auf 1,6 Prozent auf 1,78 Mrd. Franken erhöhen. Wegen des starken Frankens erhht der Konzern jedoch die Wohenarbeitszeit um drei Stunden.. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der CEO der Ruag Gruppe, Urs Breitmeier konnte den Umsatz auf 1,6 Prozent auf 1,78 Mrd. Franken erhöhen. Wegen des starken Frankens erhht der Konzern jedoch die Wohenarbeitszeit um drei Stunden.. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Realisiert wird diese Massnahme am 1. Mai, dem Tag der Arbeit. Grund seien die Wettbewerbsnachteile durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses.

Betroffen sind deshalb gemäss Angaben des bundeseigenen Unternehmens vom Donnerstag vor allem die exportorientierten Bereiche. Die Massnahme wurde gemeinsam mit den Arbeitnehmer-Vertretungen ausgehandelt. Sie gilt für alle Mitarbeiterstufen. Ausgenommen sind Lernende, Schwangere und Stillende. Die Mehrarbeit ist vorerst befristet bis Ende 2015.

Die Erhöhung der Wochenarbeitszeit betrifft unterschiedliche Bereiche. Bei der auf das Recycling von Elektro- und Haushaltgeräten spezialisierten Ruag Environment müssen 62 Mitarbeitende künftig länger arbeiten.

Mehr leisten für den gleichen Lohn

Ebenfalls mehr leisten zum gleichen Lohn müssen gewisse Bereiche der Rüstungsdivision Ruag Defence. Bei der Geschäftseinheit Landsysteme sind dies 350 Mitarbeitende und in Teilen der Geschäftseinheit für vernetzte Operationsführung 120 Beschäftigte. Auch 125 Mitarbeiter der Unterstützungseinheiten der Division Defence sind in die Sparmassnahme eingebunden.

Allein mit Prozessoptimierungen, Nachverhandlungen und weiteren Massnahmen hätten die Nachteile des starken Frankens bislang nicht kompensiert werden können, begründet das Unternehmen den Schritt. Zusätzlich erschwerend habe sich auf die Ruag Environment der Preiszerfall auf den weltweiten Rohstoffmärkten ausgewirkt.

Ruag hatte schon Anfang Jahr Sparmassnahmen beschlossen und die Schliessung der Standorte Brunnen SZ, Hombrechtikon ZH und Mägenwil AG auf Ende 2015 respektive Anfang 2017 angekündigt. Davon sind insgesamt etwa 160 Arbeitsplätze betroffen. Alle Angestellte dieser Werke sollen an anderen Standorten weiterarbeiten können.

Auch andere Firmen verlängern Arbeitszeit

Wegen der Frankenstärke hinweg haben bereits zahlreiche Schweizer Unternehmen die Wochenarbeitszeit verlängert. Beim Kabelhersteller Huber+Suhner, der Gebäudehüllenproduzentin Eternit und dem Maschinenbauer Tornos wird ab März bei gleichem Lohn länger gearbeitet.

Die rund 500 Angestellten von Eternit Schweiz an den Standorten Niederurnen GL und Payerne VD müssen künftig 45 statt 42 Stunden pro Woche arbeiten. Die Angestellten von Huber+Suhner müssen ebenfalls ab März 43 statt 40 Stunden arbeiten. Kurz nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses am 15. Januar hatten der Maschinenfahrzeughersteller Stadler Rail und der Haushaltsgerätehersteller V-Zug eine Verlängerung der Arbeitszeit angekündigt. Die gleiche Massnahme hatten vor ihnen bereits andere Unternehmen wie der Schaffhauser Industriekonzern Georg Fischer, das Uzwiler Technologieunternehmen Bühler und der Lysser Metallverarbeiter Feintool ergriffen. (cls/sda)

Deine Meinung