Tourismus: Starker Franken schadet Hoteliers nicht
Aktualisiert

TourismusStarker Franken schadet Hoteliers nicht

Der starke Franken hielt ausländische Touristen nicht vor Ferien in der Schweiz ab - im Gegenteil.

Die Schweizer Hoteliers haben im Mai 2,5 Millionen Übernachtungen gezählt. Das sind 78 000 Nächte oder 3,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Schweizerinnen und Schweizer buchten knapp 1,1 Millionen Nächte, was einem Plus von 1,6 Prozent entspricht. Gäste aus dem Ausland kamen insgesamt auf fast 1,5 Millionen Übernachtungen. Das ist ein stattliches Wachstum von 4,4 Prozent.

Besucher aus Asien verzeichneten das grösste absolute Wachstum: Sie kamen auf ein Plus von 40 000 Nächten (+20 Prozent). An der Spitze lag Indien mit einem Zuwachs von 15 000 Nächten (+23 Prozent), gefolgt von China mit 8000 zusätzlichen Einheiten (+32 Prozent) und Südkorea mit einem Plus von 4300 Nächten (+47 Prozent).

Amerikaner kommen

Auch vom amerikanischen Kontinent kamen mehr Touristen. Insgesamt registrierte das BFS ein Plus von 19 000 Übernachtungen (+11 Prozent). Die USA führten die Liste mit einem Plus von 14 000 Nächten an (+12 Prozent), Brasilien verzeichnete 4000 zusätzliche Einheiten (+35 Prozent).

Gäste aus Ozeanien buchten 5500 Übernachtungen mehr als vor Jahresfrist (+30 Prozent). Der afrikanische Kontinent wies eine Zunahme von 1400 Nächten aus (+6,4 Prozent).

Russen und Italiener fehlen

Touristen aus dem europäischen Raum knauserten dagegen: Die Zahl der Übernachtungen ging um 5100 zurück (-0,5 Prozent). Die deutlichste absolute Abnahme ging auf das Konto der Russen, die 8000 Nächte weniger buchten (-21 Prozent).

Es folgten Italien mit einem Minus von 6700 Übernachtungen (-9,6 Prozent) und Deutschland mit 5400 Einheiten weniger (-1,3 Prozent). Finnland wies einen Rückgang von 2900 Nächten aus (-31 Prozent). Gegen den Trend buchten Touristen aus den Niederlanden 12 000 zusätzliche Übernachtungen (+22 Prozent).

Wolken über der Sonnenstube

Vom Wachstum profitierte vor allem die Region Zürich mit einem Plus von 24 000 Übernachtungen (+5,7 Prozent). Positiv lief es auch in der Genfersee-Region (17 000 zusätzliche Nächte, +8,3 Prozent), der Zentralschweiz (15 000 zusätzliche Nächte, +5,1 Prozent) und in der Region Basel (14 000 zusätzliche Nächte, +14 Prozent).

Der Tessin dagegen musste einen Rückgang von 14 000 Übernachtungen hinnehmen (-5,1 Prozent). Das ist der stärkste absolute Rückgang aller dreizehn Schweizer Tourismus-Regionen. Schuld könnten die für die Sonnenstube der Schweiz überdurchschnittlichen Niederschläge im Mai sein.

Über 14 Millionen Nächte

Das kräftige Wachstum bei ausländischen Touristen im Mai steht im Gegensatz zur bisherigen Entwicklung in diesem Jahr. In den ersten fünf Monaten buchten ausländische Gäste 24 000 Übernachtungen mehr als in der Vorjahresperiode. Das ist ein Plus von 0,3 Prozent. Die inländische Nachfrage stieg dagegen um 157 000 Einheiten, was einem Wachstum von 2,6 Prozent entspricht.

Insgesamt buchten Inländer von Januar bis Mai 6,2 Millionen Übernachtungen, Ausländer kamen auf 8 Millionen. Gegenüber der Vorjahresperiode nahm die Zahl der Logiernächte damit um insgesamt 1,3 Prozent oder 181 000 Einheiten auf 14,2 Millionen zu.

(sda)

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