Aktualisiert 26.07.2011 20:53

ATP-Turnier in Gstaad

Starker Lammer von Lopez abserviert

Michael Lammer verpasste beim Crédit Agricole Suisse Open in Gstaad eine Sensation nur knapp. Auch Stéphane Bohli ist in Runde 1 gescheitert.

Michael Lammer verpasste in Gstaad die Sensation knapp.

Michael Lammer verpasste in Gstaad die Sensation knapp.

Nach zwei Tagen ruhen die Schweizer Hoffnungen beim Crédit Agricole Suisse Open Gstaad nur noch auf Stanislas Wawrinka. Am Dienstag sind mit Michael Lammer und Stéphane Bohli zwei weitere Schweizer gescheitert.

Michael Lammer fehlte genau das Quäntchen Glück, das man in einer solchen Situation als Aussenseiter auch einmal braucht, um einen Coup zu landen. Im siebten Game des Entscheidungssatzes hatte er bei 30:30 einen machbaren Smash, um sich einen Breakball zu erspielen und eventuell auf 3:4 heranzukommen. Doch der Dübendorfer setzte den Überkopfball knapp neben die Seitenlinie und der Spanier servierte danach sicher aus.

Ohne seinen Paradeschlag wäre Lopez bei nasskalter Witterung am frühen Abend in noch grössere Bedrängnis geraten. 18 Asse gelangen dem Mann, der heuer Roger Federer in Madrid in drei Tiebreaks zwang und eine Vielzahl weiterer Servicewinner. Für Lammer war es ein schwacher Trost, dass er, sobald der Ball einmal im Spiel war, der bessere Mann auf dem Court war.

Der Dübendorfer darf zwar enttäuscht sein, insgesamt gibt seine Leistung - drei Tage nach dem Sieg bei einem Future-Turnier in Österreich - aber Anlass zu Optimismus. Lammer spielte taktisch sehr gut, variantenreich und bewahrte stets kühlen Kopf. Nachtrauern dürfte er vor allem jener kurzen Phase zu Beginn des dritten Satzes, als er leicht nachliess und es seinem Gegner so ermöglichte, relativ problemlos auf 3:0 davonzuziehen. Den Teilerfolg, den Satzausgleich, nachdem Lopez bei 5:4 zum Match serviert hatte, verdiente er sich indes redlich. Lammer sah denn auch das Positive: «Ich habe bis zum Schluss alles versucht. Dass ich ihm solchen Widerstand leisten konnte, macht mir Mut, dass ich noch zwei, drei gute Jahre vor mir habe.»

Handicapierter Bohli ohne Chance

Stéphane Bohli (ATP 193) hatte sich gut vorbereitet, unter anderem auch in der Höhenlage von Verbier im Camp von Yves Allegro, und war guten Mutes ins Berner Oberland gereist. Doch die Hoffnungen, die Wild Card optimal nutzen und den ersten Sieg des Jahres auf der Tour landen zu können, zerschlugen sich bei der Schweizer Nummer 3 im Spiel gegen Marcel Granollers (Sp/8) rasch. Speziell beim Aufschlag beeinträchtigt, kassierte er in sieben Service-Games ebensoviele Breaks und sowohl das Gameverhältnis (1:6,0:6) als auch die Punkte (28:57) sprachen nach genau einer Stunde.

Ende des ersten Satzes hatte er den Physiotherapeuten auf den Court gerufen, Besserung blieb aber aus und es ist ihm hoch anzurechnen, dass er nicht aufgab. Bei der Pressekonferenz brach Bohli dann sogar in Tränen aus: «Ich kann so nicht weitermachen. Vor zwei Monaten hat sich mein Rücken blockiert und seither habe ich Probleme. Es gibt Tage, an denen alles in Ordnung ist und andere, an denen es gar nich geht. Jetzt habe ich mich eine Woche gut gefühlt und auch am Morgen und nun das.»

Verständlich, dass sich der 28-Jährige, der die Probleme mit Unterstützung eines Osteopathen in den Griff bekommen will, fühlte wie Sisyphus: «Ich habe mehrfach gedacht, es gehe wieder aufwärts, jetzt muss ich wieder bei Null beginnen. Ich muss eine Lösung finden, damit ich auf dem Platz wieder Spass haben kann.»

299. Sieg für Nieminen

Mit Victor Hanescu (ATP 63) ist der Champion von 2008 ausgeschieden, der Rumäne unterlag dem Finnen Jarkko Nieminen (ATP 53) 5:7, 2:6. Der 30-jährige Nordländer feierte so seinen 30. Geburtstag (am vergangenen Samstag) mit seinem 299. Matchgewinn auf der Tour und strebt nun den Jubiläumssieg gegen Titelverteidiger Nicolas Almagro an.

Gescheitert ist auch der erste von sechs gesetzten Spaniern. Guillermo Garcia-Lopez, die Nummer 6 des Turniers, unterlag dem Kolumbianer Santiago Giraldo in drei Sätzen. (si)

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