Aktualisiert 30.04.2020 09:40

Flüchtlinge auf LesbosStars fordern den Bundesrat zum Handeln auf

Die Petition #EvakuierenJetzt fordert den Bundesrat dazu auf, Flüchtlinge von den griechischen Inseln in der Schweiz aufzunehmen. Wegen Covid-19 drohe den Flüchtlingscamps eine humanitäre Katastrophe.

von
Stephanie Vinzens

Schweizer Stars wie die Sängerin Stefanie Heinzmann, das Mundart-Duo Lo und Leduc oder Schauspielerin Melanie Winiger setzen sich in einem Video für die Petition #EvakuierenJetzt ein.

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  • Die Petition #EvakuierenJetzt wurde Mitte April gestartet.
  • Sie fordert die Schweizer Regierung dazu auf, angesichts der Covid-19-Pandemie Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufzunehmen.
  • Weil die hygienischen Bedingungen in den Flüchtlingslagern gravierend seien, hätte ein Corona-Ausbruch eine Katastrophe mit vielen Toten zur Folge.
  • Schweizer Berühmtheiten wie Stefanie Heinzmann, Stress, Knackeboul, Melanie Winiger, Naomie LaReine und Nemo setzten sich öffentlich für die Forderung ein.

Das wird in der Petition gefordert

Die Petition #EvakuierenJetzt wurde an Ostern lanciert und richtet sich an den Bundesrat und das Parlament. Die Schweizer Regierung wird darin aufgefordert, angesichts der weiter fortschreitenden Covid-19-Pandemie möglichst viele Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufzunehmen. Ein Ausbruch des Virus in den Flüchtlingslagern hätte laut Initianten eine Katastrophe mit vielen Toten zur Folge.

Besonders gravierend sei der Zustand etwa im Camp Moria auf der Insel Lesbos. «Auf mehr als tausend Personen kommt ein Wasserhahn. Für die Verteilung von Essen müssen sie stundenlang anstehen, oft ist es ungeniessbar. Die Flüchtlinge, mehrheitlich Frauen und Kinder, haben keine sichere Unterkunft. Die meisten leben in kleinen Zelten und selbstgebauten Hütten», heisst es im Petitionsschreiben.

Die humanitäre Verantwortung

«Als Dublin-Staat trägt die Schweiz eine Mitverantwortung für die humanitäre Katastrophe auf den griechischen Inseln», heisst es weiter. Die Schweiz habe demnach jahrelang davon profitiert, dass Flüchtlinge laut Dublin-Abkommen nur in jenem Land Asylgesuch stellen können, in dem sie zuerst ankommen.

«Jeder Dublin-Staat kann aber auch immer von sich aus auf Asylgesuche eintreten. Diese Möglichkeit muss die Schweiz jetzt nutzen», fordern die Petitionsschreiber. «Die Genfer Flüchtlingskonvention und die Menschenrechte für alle behalten auch jetzt ihre Gültigkeit.» So haben bereits einige europäische Staaten zugesagt, Flüchtlingen aus Lesbos Asyl zu gewähren.

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Die Ressourcen

«Unser Staat verfügt über die finanziellen Mittel, die räumlichen Kapazitäten und die personellen Ressourcen, um viele Flüchtlinge aufzunehmen und sie hier zu betreuen», heisst es in der Petition. So würde sich die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz zurzeit auf einem historischen Tief befinden.

Dass die Evakuierungen möglich sind, hätten die grossen Schweizer Rückholaktionen der vergangenen Wochen gezeigt. «Was für die Menschen mit Schweizer Pass gilt, das muss auch für die Verletzlichsten möglich sein. So steht es in der Präambel unserer Verfassung», heisst es im Schreiben.

Die prominente Unterstützung

Über 36’000 Menschen haben die Petition bereits unterzeichnet. Auch viele Schweizer Promis unterstützen #EvakuierenJetzt. Darunter einige der bekanntesten Stars der Schweizer Musikszene, wie die Walliser Popsängerin Stefanie Heinzmann (31), Romandie-Rapper Stress (42), das Berner Mundart-Duo Lo (33) und Leduc (31), R’n’B-Newcomerin Naomi Lareine oder Genre-Bender Nemo (21).

Weitere prominente Unterstützer und Unterstützerinnen der Petition sind unter anderem zudem Moderator und Rapper Knackeboul (37), Schauspielerin Melanie Winiger (41) sowie Comedian Renato Kaiser (34). In einer Video-Botschaft (siehe Clip oben) betonen die hiesigen Promis die Notwendigkeit der Petition.

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