Schneemangel: Start für weltgrösste Halfpipe verschoben
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SchneemangelStart für weltgrösste Halfpipe verschoben

Der Schneemangel bereitet den Skigebieten Sorge: In Flims/Laax kann die Riesen-Halpipe noch nicht eröffnet werden. Im Ausland schreibt man schon über braune Pisten.

von
ann
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So schön könnte der Winter sein: Doch für solche Pistenbilder wie hier auf der Mägisalp im Skigebiet Hasliberg muss man sich leider noch gedulden.

So schön könnte der Winter sein: Doch für solche Pistenbilder wie hier auf der Mägisalp im Skigebiet Hasliberg muss man sich leider noch gedulden.

David Birri
Das höchstgelegende Skigebiet der Zentralschweiz bietet Pistenvergnügen in den oberen Regionen. Hauptattraktion dürfte in diesem Winter allerdings die Titlis Rotair sein, die sich um die eigene Achse dreht und so einen spektakulären Rundumblick ermöglicht.

Das höchstgelegende Skigebiet der Zentralschweiz bietet Pistenvergnügen in den oberen Regionen. Hauptattraktion dürfte in diesem Winter allerdings die Titlis Rotair sein, die sich um die eigene Achse dreht und so einen spektakulären Rundumblick ermöglicht.

Roger Gruetter
Beste Pistenverhältnisse gibt es in Davos Parsenn auf über 2000 Metern. In tieferen Lagen sind noch nicht alle Pisten und Bahnen offen.

Beste Pistenverhältnisse gibt es in Davos Parsenn auf über 2000 Metern. In tieferen Lagen sind noch nicht alle Pisten und Bahnen offen.

Johannes Huechelheim

Die Weihnachtsferien sind zum Greifen nah, doch Schnee ist keiner in Sicht. Viele Skigebiete können die Situation nun nicht mehr gelassen nehmen, droht doch die ertragreichste Zeit der Saison ins Wasser zu fallen. So musste Flims/Laax eben bekanntgeben, dass die grösste Halfpipe der Welt nicht wie geplant am 20. Dezember eröffnet werden kann. Die Skidestination konnte aufgrund des warmen Wetters nicht genug Kunstschnee produzieren, um die Halfpipe zu erstellen. Das ist bitter, weil die Region voll auf die jungen Freestyler setzt.

Doch eigentlich darf man sich in Flims/Laax nicht beklagen. Im Gegensatz zu Destinationen, deren Pisten unterhalb von 2000 Metern liegen, kann man in dem Bündner Wintersportgebiet bereits gut Skifahren: 12 Bahnen und 41 Kilometer Skipiste sind offen, so viel wie sonst kaum irgendwo.

Britische Zeitungen empfehlen schottische Pisten

Langsam spricht sich der Schneemangel auch im Ausland herum. «Die Ski-Weihnachtsferien in den Alpen sind wegen zu wenig Schnee in Gefahr», berichtet etwa der britische «Telegraph». Tausende Briten seien davon betroffen. In den landeseigenen Skigebieten in Schottland, betont man hingegen, herrschten gute Schneeverhältnisse.

Auch holländische, deutsche und französische Zeitungen zeigen Bilder von stillstehenden Skiliften mitten in der braun-grünen Landschaft. «Die Skisaison sollte starten, aber es hat keinen Schnee», schreibt etwa das holländische «Het Nieuwsblad».

Kaum Schnee in mittleren Lagen

Ob sich die Negativmeldungen schon aufs Wintergeschäft ausgewirkt haben, will niemand sagen. Hotelerie Suisse vermeldet aber: «Die Buchungssituation für Weihnachten und Neujahr ist gut.»

Noch viel schwieriger als für die Hotels dürfte die Situation für die Bergbahnen sein. Diese machen 20 Prozent des Jahresumsatzes in den zwei Wochen zwischen Weihnachten und Neujahr. Im Gegensatz zu Gebieten wie Davos, St. Moritz, Flims/Laax, Engelberg, Gstaad oder Zermatt, haben die Gebiete in mittleren Lagen praktisch keinen Schnee. Die Saison konnte an den meisten Orten noch nicht eröffnet werden.

«Zwei Tage richtiger Schneefall würden reichen»

«Laufen dort über die Feiertage die Bahnen nicht, haben die Betreiber massive Einbussen», sagt Andreas Keller, Sprecher von Seilbahnen Schweiz. Er betont aber, dass ein bis zwei Tage intensiver Schneefall reichen würden, um die Lage um 180 Grad zu drehen: «Wir hoffen, dass das bald passiert.»

Statt Trübsal zu blasen, versuchen die Regionen das Beste aus der Situation zu machen. In Gstaad etwa stellt man derzeit gerade ein Programm zusammen, um den Gästen Originelles als zusätzliche Unterhaltung zu bieten. Sprecherin Kerstin Sonnekalb von Gstaad Tourismus sagt: «Für ausreichend Kurzweil wird bestens gesorgt sein.»

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