Start in die EM-Saison
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Start in die EM-Saison

Die Schweizer Nationalmannschaft lanciert die EM-Saison mit dem Zusammenzug in Genf und dem Länderspiel im Stade de Genève gegen Holland am Mittwoch (20.30 Uhr). Es ist auch der eigentliche Arbeitsbeginn des neuen Teamberaters Adrian Knup.

Deutschland hatte vor und während der WM im eigenen Land Oliver Bierhoff, die Schweiz Adrian Knup. Der frühere Stürmer tritt ähnlich elegant und eloquent auf wie der Manager der DFB-Auswahl. Wie Bierhoff wird auch Knup vor und während den Spielen jeweils den Fernseh-Stationen für Interviews zur Verfügung stehen. So stellte sich Knup auch gestern im Bauch des Genfer EM-Stadions den Medien.

Knup führte noch einmal aus, wie die Sichtung der 40 Spieler im Sichtungskader verläuft, und erklärte, dass die zugeteilten Trainer bereits mit den meisten Kandidaten gesprochen hätten. Im Schnitt werden die Spieler alle zwei Monate besucht. Zu Assistenzcaptain Ludovic Magnin begleitete Knup Köbi Kuhn nach Stuttgart. «Ihn kannte ich noch nicht persönlich», begründete Knup seine Reise ins Schwabenland. Das genaue Beobachten der Entwicklung der einzelnen Spieler steht im Zentrum. «Wir wollen sie unterstützen, nicht kontrollieren», präzisierte Knup.

Möglicher Gegner beobachten

Im Hinblick auf die möglichen Gegner an der Endrunde unternimmt der SFV ab September ein aufwändiges Prozedere, um die möglichen Gegner zu beobachten. «Wir werden alle Mannschaften, die sich qualifizieren könnten, in Wettkampfspielen unter die Lupe nehmen und sehen, wie sie unter Druck spielen», sagte Knup. Am Tag der Auslosung am 2. Dezember in Luzern will man so bereits ein Bild der drei Gruppengegner haben. Für die weitere Vorbereitung wird der Verband überdies einen Konditionstrainer engagieren.

Dass er in einer heiklen Phase der Nationalmannschaft an Bord geholt wurde, stritt Knup nicht ab. Doch umschiffte er - ähnlich wie das deutsche Vorbild Bierhoff - kritische Klippen elegant und liess er sich nicht aufs Glatteis führen. «Mit dem Spiel gegen Argentinien schlug die Mannschaft einen Pflock ein, auf dem sie aufbauen kann», sagte er auf den problematischen Frühling der SFV-Auswahl angesprochen. Er stellte beim aktuellen Zusammenzug «eine ausgesprochen gute Stimmung» fest. Die Spieler würden offensichtlich gerne kommen. Die Nationalmannschaft scheint wieder eine (nunmehr geschlossene) Wohlfühl-Oase.

Kein Krisen-Manager

Kein grosses Thema sei dagegen die Rückkehr von Blaise N'Kufo innerhalb des Teams. «Nur wenige spielten ja überhaupt mit ihm zusammen. Deshalb wird es höchstens bilaterale Gespräche geben», sagte Knup. Für ihn steht das Abholen von «Stimme und Stimmung» bei den Spielern im Zentrum während der Zusammenzüge. «Es geht vor allem um das Arbeiten an Details und um das Ausmerzen von erkannten Schwächen», entgegnet Knup den Fragen nach der Krise im Frühjahr. Als Krisen-Manager versteht sich der Team-Berater nicht.

Immerhin scheint die Nationalmannschaft wieder en vogue. Gestern Mittag waren für die Partie am Mittwoch bereits 20 000 Tickets verkauft. Die Euphorie, die das Team vor und während der WM im Land ausgelöst hatte, ist damit noch nicht wieder erweckt. Immerhin aber scheint das im Frühling arg ins Schlingern geratene Flaggschiff des SFV wieder auf Kurs. In welcher Besatzung das formulierte Ziel «Europameister» angesteuert wird, ist noch offen. Für den Test gegen Holland fällt Valon Behrami mit einer Oberschenkelverletzung aus. Für den Lazio-Spieler rückt Stephan Lichtsteiner ins Aufgebot nach.

(si)

Hauptprobe für Genfer Polizei

Die Genfer Polizei hat beim Testspiel der Schweizer Nationalmannschaft gegen Holland am Mittwoch letztmals Gelegenheit, ihr Sicherheitsdispositiv zu testen. Es werden 20 000 Zuschauer erwartet, unter ihnen 1000 Fans aus Holland.

Das letzte Länderspiel im Stade de Genève vor der EURO 2008 gilt nicht als «risikoreich», wie die Genfer Kantonspolizei mitteilte. Doch könnten die Polizeikräfte den Umgang mit grossen Menschenmengen und Verkehr üben. Eine besondere Rolle kommt jenen Beamten zu, die sich besonders in der Hooligan-Szene der jeweiligen Fangruppen auskennen.

Sechs dieser «szenekundigen Beamten» kommen aus Holland. Als Polizisten in Zivil sollen sie Krawallmacher frühzeitig ausmachen. Zwei uniformierte Polizisten aus Holland stehen zudem mit den Fans aus ihrem Land in Kontakt.

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