Peequal - Weniger CO₂ und lange Schlangen vor Frauen-Toiletten
Ewig anstehen fürs öffentliche WC: Das soll dank eines britischen Startups bald Geschichte sein.

Ewig anstehen fürs öffentliche WC: Das soll dank eines britischen Startups bald Geschichte sein.

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Aktualisiert

GleichberechtigungStart-up kämpft gegen lange Schlangen vor Frauentoiletten

Frauen stehen 34-mal länger für öffentliche WCs an als Männer. Zwei junge Erfinderinnen wollen mit ihrem Start-up jetzt eine Lösung für das drängende Problem gefunden haben.

von
Camille Pagella

Der Sommer ist da und wir verbringen wieder mehr Zeit im Freien. Für die Frauen, die das hier lesen, heisst das übersetzt: Ja, du wirst dir wieder vor einer öffentlichen Toilette in der Sonne die Beine in die Füsse stehen. Denn laut dem «Guardian» stehen Frauen rund 34-mal länger vor dem öffentlichen WC an als Männer. Was unter anderem daran liege, dass auf eine WC-Kabine im Schnitt rund 10 Pissoirs aufgestellt werden.

Peequal, eine Toilette speziell für Frauen, soll diese Wartezeit jetzt um das Sechsfache verkürzen. Erfunden haben das Ganze zwei Frauen aus Grossbritannien, Amber Probyn und Hazel McShane, die gerade ihren Abschluss an der Universität Bristol gemacht haben. Sie sollen sich über die langen Wartezeiten, die Frauen etwa an Musikfestivals ertragen müssen, geärgert haben. Der Name ihres Start-ups, Peequal, setzt sich aus den Wörtern «pee» (urinieren) und «equal» (gleichberechtigt) zusammen.

Und so funktionierts: Peequal ist von Männerurinalen inspiriert und verfügt über ein ausgeklügeltes Raummanagement. Der Grundriss erinnert ein wenig an die Spielsteine aus Trivial Pursuit und ermöglicht die gleichzeitige Nutzung durch sechs bis acht Personen.

Das Peequal von oben.

Das Peequal von oben.

Peequal

Hocke-Positionen im Test

Die Trennwände lassen Kopf und Schultern knapp herausblicken und im Inneren der Kabinen befinden sich Urinale in Form von kleinen Booten. «Sie wurden so designt, dass das Spritzen minimiert wird», schreiben die Gründerinnen. Taschen und Kleidung können separat abgelegt werden. Der Hygiene wegen gibt es ausserdem so wenig Berührungspunkte wie möglich. Im Entwicklungsprozess haben die Erfinderinnen verschiedene Hocke-Positionen miteinander verglichen und Feedback von Frauen eingeholt. Das sah dann etwa so aus:

Die bunten WCs werden als Bausatz geliefert und stehen unter freiem Himmel. Sie werden also natürlich beleuchtet und sind perfekt für Badis, Parks und Festivals. Die Peequals sind aus recycelten und wiederverwertbaren Materialien hergestellt. Laut den Gründerinnen sollen sie 98 Prozent weniger CO₂ als herkömmliche öffentliche Toiletten verbrauchen. Prototypen der WCs wurden kürzlich am Comedy Garden in Bristol getestet. Und wer weiss: Haben sie sich bewährt, stehen die Peequals vielleicht auch im nächsten Schweizer Festivalsommer auf dem Gelände.

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