«Sie glaubten nicht an unser Konzept» - Start-Up sammelt 22’000 Franken für Gastrobranche – mit Verkauf von Holzbrettern
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«Sie glaubten nicht an unser Konzept»Start-Up sammelt 22’000 Franken für Gastrobranche – mit Verkauf von Holzbrettern

Während 52 Tagen verkaufte das junge Unternehmen Boizo selbstgemachte Holzschneidebretter. Der Erlös, 22’000 Franken, wurde am Freitag an die Gastrobranche gespendet.

von
Lara Hofer
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22’000 Franken haben Patrick Studer und Pierrick Veya, Gründer des Unternehmens Boizo, am Freitag der regionalen Gastrobranche übergeben. 

22’000 Franken haben Patrick Studer und Pierrick Veya, Gründer des Unternehmens Boizo, am Freitag der regionalen Gastrobranche übergeben.

ZVG
Die Übergabe fand in der Holzwerkstatt statt,  in der die beiden Unternehmer im Verlauf der letzten zwei Monate Holzschneidebretter herstellten. 

Die Übergabe fand in der Holzwerkstatt statt, in der die beiden Unternehmer im Verlauf der letzten zwei Monate Holzschneidebretter herstellten.

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Der gesamte Erlös, der durch den Verkauf der selbstgemachten Holzschneidebretter erzielt werden konnte, wird an die Gastrobranche gespendet. Das junge Unternehmen besteht nun weiter fort. 

Der gesamte Erlös, der durch den Verkauf der selbstgemachten Holzschneidebretter erzielt werden konnte, wird an die Gastrobranche gespendet. Das junge Unternehmen besteht nun weiter fort.

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Darum gehts

  • In ihrer Werkstatt in Loveresse BE stellen die beiden Gründer des Unternehmens Boizo seit zwei Monaten Holzschneidebretter her.

  • 22’000 Franken konnten sie während dieser Zeit durch den Verkauf einnehmen.

  • Der gesamte Erlös wurde nun an die regionale Gastrobranche gespendet.

  • Am Freitag übergaben die Unternehmer den Scheck an die beiden Dachverbände Gastro Jura bernois und Gastro Jura.

«Es ist ein grosser Erfolg», sagt Pierrick Veya, Mitgründer des Start-Ups Boizo aus dem Berner Jura. Seit knapp zwei Monaten verkaufe das im Februar gegründete Unternehmen selbstgemachte Holzschneidebretter, die sie in ihrer Werkstatt in Loveresse BE herstellen. «In dieser Zeit konnten wir rund 880 Bretter verkaufen», so Veya. Der gesamte Erlös aus dieser Zeit – 22’000 Franken – wird nun an die regionale Gastrobranche gespendet.

Positivität während Krise

Hinter dem Unternehmen stecken Patrick Studer und Pierrick Veya. Aus Schweizer Holz haben sie Schneidebretter angefertigt und diese anschliessend in ihrem Online-Shop verkauft. Für die beiden Unternehmer springt jedoch kein Geld dabei raus: «Hundert Prozent des Erlöses werden an die Gastrobranche gespendet», so Veya. Lediglich die angefallenen Kosten – etwa für das Holz und die Werkzeuge – seien gedeckt worden.

Mit ihrer freiwilligen Aktion sollen die angeschlagenen Restaurants bestmöglich unterstützt werden. «Wir haben beide Bekannte, die in der Gastrobranche arbeiten, und wissen, wie schwierig die Situation derzeit ist», so Veya. Mit der Spendenaktion wolle man Hoffnung und Positivität verbreiten: «Wir möchten andere dazu anregen, dasselbe zu tun.»

«Sie glaubten nicht an unser Konzept»

Die beiden Unternehmer promoteten ihre Spendenaktion in den sozialen Medien. Auf Instagram, Facebook und Twitter posteten sie ihr Vorhaben, welches bei den Userinnen und Usern sofort Anklang fand. Für ihr selbstloses Projekt ernteten die Initianten unzählige positive Kommentare. «Sowohl Privatpersonen als auch Firmen haben sich aus Solidarität ein Holzschneidebrett gekauft», so Veya. Der Preis beträgt 50 Franken pro Stück. Auch Sponsoren hätten sich gemeldet, um ihr Firmenlogo ins Brett eingravieren zu lassen.

Der Gesamterlös aus dem Verkauf beträgt 22’000 Franken. «Damit haben wir nicht gerechnet, wir sind wirklich sehr zufrieden», so Veya. Auch die beiden Dachverbände Gastro Jura bernois und Gastro Jura, an die das Geld gespendet wird, haben nicht mit einem solchen Resultat gerechnet: «Ich habe nie an dieses Konzept geglaubt», sagt Roland Matti, Präsident von Gastro Jura bernois et Lac de Bienne. Umso grösser sei nun die Freude: «Die beiden Gründer haben wahnsinnige Arbeit geleistet und wir sind ihnen sehr dankbar», so Matti. Sein Dank gelte zudem auch allen Käuferinnen und Käufern: «Sie zeigten uns, dass die Leute für uns da sind und nicht wollen, dass wir aufgeben.»

Scheckübergabe in Holzwerkstatt

Am Freitagnachmittag wurde der Scheck schliesslich an die beiden Gastroverbände übergeben. Die Übergabe fand in der Holzwerkstatt der Unternehmensgründer statt – dort, wo vor zwei Monaten alles begann. «Der Erlös werde jetzt fair unter den 320 Verbandsmitgliedern aufgeteilt», sagt Matti. Dabei gehe es weniger ums Geld als um die Geste, die dahinter steckt: «Das äusserst geglückte Projekt schenkt uns neuen Mut, den wir derzeit alle gut gebrauchen können.»

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