Aktualisiert 21.03.2019 21:14

Baselworld

Start-up verschenkte Uhren, bis die Polizei kam

Geld für einen teuren Stand an der Baselworld wollte das Zürcher Uhren-Start-up Outsiders nicht ausgeben. Trotzdem sorgte es am Messeauftakt für Aufsehen.

von
lha

«Die Uhrenindustrie ist ausser Kontrolle», sagt Ash Rahimi. Der amerikanische Investor will mit der jungen Uhrenmarke Outsider Watches den Markt aufmischen. Am Donnerstag sorgte er an der Baselworld mit einer Guerrilla-Marketing-Aktion schon mal für einiges Aufsehen.

Nur mit einem Besucher-Pass, einem Koffer voller Uhren, einem Blatt Papier und Filzstiften bewehrt und begleitet von einer Promotorin verschenkte Rahimi rund 20 Uhren mitten in der Messehalle 1, wo alle grossen Marken vertreten sind. Vor dem Eingang des Rolex-Standes hisste der 38-Jährige sein Transparent und versprach «Free Swiss Automatic Watches».

Das Give-Away ist ein klassisches Modell, das der Submariner von Rolex nachempfunden ist. Es verfügt laut Hersteller über ein Schweizer ETA-Automatik-Uhrwerk und ein hochwertiges Gehäuse, das bis 300 Meter unter Wasser getragen werden kann. Kostenpunkt: 500 Franken. Ein Schnäppchen im Vergleich zu den anderen Ausstellungsstücken an der Baselworld und erst Recht im Vergleich zum Vorbild von Rolex, das ab etwa 7000 Franken erhältlich ist.

Nach zehn Minuten stand die Polizei auf der Matte

Die Uhren gingen an der Messe weg wie warme Weggli. Rahimi und seine Begleiterin hatten kaum Zeit, ihren Pop-up-Stand aufzubauen, als sich schon viele Schaulustige um sie herum scharten. Nachdem gut 20 Uhren glückliche neue Besitzer gefunden hatten, tauchte auch schon die Polizei auf. Die Messeleitung hatte die Ordnungshüter nach einer Beschwerde vor Ort gerufen.

«Sie machten uns klar, dass wir verschwinden müssen», erklärte Rahimi mit einem Grinsen. «Ich wäre überrascht, wenn wir keine Probleme bekommen», hatte er schon vor der Aktion gesagt. In der Tat hat die Baselworld-Leitung wenig Freude an Trittbrettfahrern, die die Strahlkraft der Messe für ihre Zwecke ausnutzen wollen.

«Es ist kaum zu glauben»

«Das ist aber genau unser Punkt», sagt Rahimi. «Wir müssten zehntausende Franken in einen Messestand investieren, um unsere Marke bekannt zu machen.» Bei den Messebesuchern, die eine Outsiders Watch ergattern konnten, kam das gut an. «Bei den meisten Ständen hat man ohne Anmeldung nicht einmal Zutritt und die verschenken ihre Uhren einfach – es ist kaum zu glauben», meinte der deutsche Produktdesigner Jakob Dister, der nun stolzer Besitzer einer schmucken Schweizer Uhr ist.

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