Startschuss der Initiative «Für eine sichere Stadt»
Aktualisiert

Startschuss der Initiative «Für eine sichere Stadt»

Wesentlich mehr
uniformierte Polizisten
sollen für Sicherheit
sorgen, verlangt die
Initiative «Für eine
sichere Stadt Bern».

«Wir wollen die Polizeipräsenz von 65000 auf 110000 Arbeitsstunden verstärken», erklärt Philippe Müller vom Initiativkomitee, dem FDP, SVP, CVP und weitere Parteien angehören. Für 5,2 Millionen Franken sollen vor allem die Sicherheit an neural-

gischen Stellen und die Gewaltprävention verbessert werden.

Die Initianten zeichnen ein düsteres Bild von der Hauptstadt: Überfälle seien an der Tagesordnung, der Weg durch die Gassen gleiche einem Spiessrutenlauf. Sogar auf Spielplätzen herrsche ein Schlamassel mit Scherben, Fixerspritzen und Erbrochenem. Untermauern lassen sich diese Eindrücke mit Statistiken, die eine Zunahme der Gewaltbereitschaft verzeichnen. Zudem habe die Stadt den Polizeibestand während 25 Jahren nicht erhöht, bis sie durch die Krawalle im letzten Oktober zum Handeln gezwungen worden sei.

Die darauf beschlossene vorläufige Aufstockung der Polizeipräsenz übertrifft die Forderungen der Initiative, doch Müller ist sicher: «Diese Versprechen werden nicht im vollen Umfang umgesetzt.» Gemeinderat Stephan Hügli widerspricht: «Unsere Massnahmen zeigen bereits Wirkung. Was die Initianten fordern, ist längst alte Fasnacht.»

Patrick Marbach

Bruder von Prügelopfer dabei

Auch im Namen seines Bruders, der 2003 in der Berner Postgasse erschreckend brutal zusammengeschlagen wurde, unterstützt Hans Ulrich Bratschi die Initiative für eine sichere Stadt: «Wenn die Polizei damals präsent gewesen wäre, hätten die Täter nicht so lange ungestört auf meinen Bruder einschlagen können.» Das Opfer leide immer noch unter den Folgen des Verbrechens und werde seinen Beruf nie mehr ausüben können.

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