Aktualisiert

Stasi bespitzelte Joseph Ratzinger

Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR hat seit 1974 den damaligen Theologieprofessor Joseph Ratzinger und heutigen Papst Benedikt XVI.

bespitzelt. Das geht aus Unterlagen der Birthler-Behörde hervor.

Die Zeitung «Bild am Sonntag» veröffentlichte - nach ihren Angaben mit Billigung des Papstes - Auszüge aus den Papieren. Demnach suchte die Stasi unter anderem nach belastenden Dokumenten aus Ratzingers Jugend während des Dritten Reiches.

«Ratzinger wird im Vatikan als einer der schärfsten Gegner des Kommunismus betrachtet», notierte ein Stasi-Mitarbeiter, nachdem der Kardinal in die Glaubenskongregation berufen worden war.

Mindestens acht Spitzel der Auslandsspionage seien im Lauf der Zeit auf Ratzinger angesetzt worden, heisst es in dem Bericht weiter, nur zwei von ihnen seien identifiziert. Der erste Eintrag der Stasi-Akte «Ratzinger» stamme vom 26. April 1974.

Ein inoffizieller Stasi-Mitarbeiter mit dem Decknamen «Birke» habe damals von Vorträgen des Theologieprofessors am Priesterseminar in Erfurt berichtet. Noch vor der Berufung Ratzingers in den Vatikan habe die Stasi erkannt, welche herausragende Rolle dieser in der katholischen Kirche spielte.

«Ratzinger gilt im Vatikan nach dem Papst und Staatssekretär Casaroli als derzeit einflussreichster Politiker und führender Ideologe», notierte ein Stasi-Spitzel in den 80er Jahren.

(sda)

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