Tankstellen-Einsturz in Lugano  - Statiker vermutet Konstruktionsfehler als Ursache
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Tankstellen-Einsturz in Lugano Statiker vermutet Konstruktionsfehler als Ursache

Nach den intensiven Niederschlägen ist am Mittwoch in Lugano TI eine Tankstelle eingebrochen. Der Statiker Pasquale Angelini vermutet, dass Windeinflüsse oder Konstruktionsfehler Ursache sein könnten – und nicht nur der Regen.

von
Gabriela Graber
Céline Krapf
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Das Dach einer Luganer Tankstelle ist am Mittwochmorgen zusammengebrochen. 

Das Dach einer Luganer Tankstelle ist am Mittwochmorgen zusammengebrochen.

20min/News-Scout
Laut Mediensprecherin von Coop Mineraloel ist niemand zu Schaden gekommen. 

Laut Mediensprecherin von Coop Mineraloel ist niemand zu Schaden gekommen.

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Die Tankstelle ist erst Ende April eingeweiht worden. 

Die Tankstelle ist erst Ende April eingeweiht worden.

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Darum gehts

  • Im Luganer Stadtteil Noranco ist das Dach einer Tankstelle eingestürzt.

  • Der Statiker Pasquale Angelini glaubt nicht, dass das Dach nur wegen des Regens einstürzte.

  • Er vermutet einen Konstruktionsfehler

  • Da die Schweiz hohe Sicherheitsstandards beim Bauen hätte, könne der Vorfall als Einzelfall gesehen werden.

Im Luganer Stadtteil Noranco ist am Mittwochmorgen eine Tankstelle von Coop Pronto eingestürzt. Laut Angaben der Mediensprecherin von Coop Mineraloel AG Sabine Schenker ist dabei niemand zu Schaden gekommen, weitere Untersuchungen sind im Gange.

Wahrscheinlich ein Konstruktionsfehler

Statiker Pasquale Angelini ist überzeugt, dass der Einsturz nicht nur wegen der grossen Regenmassen passiert sei: «An den Bildern ist ersichtlich, dass keine Abstützung oder massive Rückverankerung vorhanden ist», so der Bauingenieur und Experte in der Tragwerksplanung. Das Dach sei an einer Fuge eingestürzt. Gerissene Verbindungsteile seien, wie sonst üblich bei solchen Schäden, nicht ersichtlich. «Es ist zu vermuten, dass die Konstruktion, die das Vordach und das restliche Dach verbindet, nicht korrekt berechnet oder realisiert wurde», sagt Angelini weiter.

Die grossen Regenmengen könnten nicht alleine die Ursache für den Einsturz sein. Er tippt auf den Wind als Nebenursache: «Starke dynamische Windeinflüsse aus verschiedenen Richtungen können auch zu dem Einsturz geführt haben», sagt Angelini. Materialversagen schliesst er aus. Starke Winde sieht auch Marco Borradori, der Gemeindepräsident von Lugano, als möglichen Ursache: «Es ist zu vermuten, dass sich eine Art Tornado gebildet hat, der den Schaden verursacht hat.»

«Solche Gefahren sind sehr unwahrscheinlich»

Tragwerksnormen seien hierzulande klar definiert und werden eingehalten, so dass der Vorfall als ausserordentlicher Einzelfall gesehen werden könne. «Es gibt Tragreserven und Sicherheitsfaktoren», versichert Angelini. «Deshalb müssen wir uns keine Sorgen machen, dass anderswo Konstruktionen versagen. Solche Gefahren sind sehr unwahrscheinlich », so Angelini. Zudem vermutet der Statiker, dass nun, wie bei solchen Fällen üblich, ähnliche Objekte inspiziert und überprüft werden.

Gemäss der Mediensprecherin von Coop Mineraloel AG Sabine Schenker dauern die Untersuchungen von Polizei und Coop Mineraloel auch am späten Mittwochnachmittag an. Es könnten keine genauen Aussagen zu den Schäden und der Ursache des Einsturzes gemacht werden, so Schenker.

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