Aktualisiert 20.10.2011 21:12

JugendgerechtStation für psychisch kranke junge Kriminelle

Für jugendliche Kriminelle mit grossen psychischen Störungen gab es bisher keine passende Institution. Nun eröffnet die UPK dazu eine neue Abteilung.

Oberarzt Peter Tischer im Aufenthaltsraum. (Foto: hys)

Oberarzt Peter Tischer im Aufenthaltsraum. (Foto: hys)

In der jugendforensischen Station hat es Platz für rund ein Dutzend junge Straftäter. Am 1. November werden die ersten sechs erwartet. Sie verbringen die nächsten Monate in der geschlossenen Anstalt. «Es ist ganz klar keine Verwahrung, sondern eine Behandlung», so Oberarzt Peter Tischer, der die Abteilung leitet. Bei allen Jugendlichen handle es sich um Straftäter mit massiven psychischen Problemen. «Meistens haben sie so schwere Beeinträchtigungen, dass sie den Kontakt zur Realität ein Stück weit verloren haben», so Tischer. Die Straftaten sind sekundär – und auf den ersten Blick oftmals gar nicht aussergewöhnlich brutal.

Bisher gab es für solche Jugendliche keine befriedigende Lösung – entweder mussten sie im Jugendknast behandelt oder aber in der geschlossenen Psychiatrie zusammen mit Erwachsenen untergebracht werden. Tischer geht davon aus, dass die meisten Patienten zwischen einem halben und eineinhalb Jahren bleiben werden.

Die neue Station ist jugendgerecht gestaltet: Neben einem Aufenthaltsraum mit Fernseher, einem Töggelikasten und einem kleinen Aussenbereich mit Basketballplatz gibt es auch ein Schulzimmer. Der ganze Bereich ist allerdings geschlossen, der Aussenbereich mit meterhohem Zaun abgeriegelt. Begleiteter Ausgang ist erst nach erzielten Fortschritten erlaubt, Handys müssen beim Eintritt abgegeben werden.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.