Statistik 2006: Zunahme von Gewalt und Enkeltrickdelikten
Aktualisiert

Statistik 2006: Zunahme von Gewalt und Enkeltrickdelikten

Jugendliche verprügeln Leute auf offener Strasse. Selbst vor Senioren machen sie nicht Halt. Das zeigt die Kriminalstatistik 2006 des Kantons Luzern. Auch Drogendelikte haben massiv zugenommen.

Insgesamt hat die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr um 595 auf 19601 zugenommen. Alarmierend seien die hohen Zahlen bei der Drogenkriminalität und im Bereich der Jugendgewalt, so das Fazit der Luzerner Kapo bei der gestrigen Präsentation der Kriminal-statistik. Daniel Bussmann, der Chef der Luzerner Kriminalpolizei, empfiehlt deshalb Teenagern, in Gruppen unterwegs zu sein und Selbstverteidigungskurse zu besuchen. Bei den Betäubungsmitteldelikten haben die Fälle mit harten Drogen von 481 auf 656 zugenommen.

Zur Zielscheibe von Delikten wurden zunehmend auch ältere Menschen. Ihnen wurden öfters Handtaschen entrissen. Zudem wurden 22 Fälle bekannt, in denen mit dem Enkeltrick versucht wurde, Geld zu ergaunern: Betrüger gaben sich als Verwandte aus und versuchten, ihre betagten Opfer um Geld anzupumpen.

Bussmann: «Der Trick funktionierte nur einmal, doch die Person zahlte 80000 Franken.» Zunehmend gefährdet sind auch die Luzerner Staats- und Gemeindeangestellten: 138 Strafanzeigen wegen Gewalt und Drohung gegen Behördenvertreter gingen ein – im Jahr zuvor waren es noch

79 gewesen.

Nico Steinmann

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