Veganer in St. Gallen: Statt Fleischaktivisten kam die Polizei
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Veganer in St. GallenStatt Fleischaktivisten kam die Polizei

Am Samstag warteten rund ein Dutzend Veganer vor dem neu eröffneten Veganer-Shop auf Fleischaktivisten. Gekommen ist die Polizei.

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viv/tso
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Autonome Veganer aus der ganzen Schweiz demonstrierten vor dem neuen Vegan-Shop Vegantasia  in St. Gallen gegen den Fleischkonsum. Die Polizei schickte Beamte in Zivil (verpixelt) und beendete die unbewilligte Demo. Die Demonstranten wurden alle bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Autonome Veganer aus der ganzen Schweiz demonstrierten vor dem neuen Vegan-Shop Vegantasia in St. Gallen gegen den Fleischkonsum. Die Polizei schickte Beamte in Zivil (verpixelt) und beendete die unbewilligte Demo. Die Demonstranten wurden alle bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

tso
Elf Personen demonstrierten, alle gehören zu den Autonomen Tierrechtsaktivisten Zürich (ATAZ). Mitglied ist auch der Ladeninhaber Renato Werndli (vierter von links). Er hat die Bussen wohl bewusst ...

Elf Personen demonstrierten, alle gehören zu den Autonomen Tierrechtsaktivisten Zürich (ATAZ). Mitglied ist auch der Ladeninhaber Renato Werndli (vierter von links). Er hat die Bussen wohl bewusst ...

ATAZ
... in Kauf genommen: «Wir hatten keine Bewilligung, also ist es klar, dass die Polizei uns verzeigt.» Arun Bertozzi von ATAZ ist über das Vorgehen der Polizei erstaunt: «In anderen Städten werden wir nicht gebüsst, nur gebeten, den Platz zu räumen.»

... in Kauf genommen: «Wir hatten keine Bewilligung, also ist es klar, dass die Polizei uns verzeigt.» Arun Bertozzi von ATAZ ist über das Vorgehen der Polizei erstaunt: «In anderen Städten werden wir nicht gebüsst, nur gebeten, den Platz zu räumen.»

ATAZ

Die Gruppierung Autonome Tierreichsaktivisten Zürich (ATAZ) kam am Samstag mit elf Personen aus der ganzen Schweiz zur Eröffnung des ersten Vegan-Shops Vegantasia in St. Gallen, um auf veganen Lebensstil aufmerksam zu machen.

Die Aktion war ursprünglich als Gegendemo zum Auftritt der Gruppe Fleisch=Kulturgut geplant. Die Fleischaktivisten sagten ihre Demo allerdings wegen des Medienrummels ab – dafür kam die Polizei.

Veganer werden von der Polizei kontrolliert

Weil sie ohne Bewilligung auf den veganen Lebensstil aufmerksam machen, werden elf Personen verzeigt.

Hier werden die Demonstranten von der Polizei kontrolliert. (Video: tso)

Alle Beteiligten angezeigt

«Die Demonstration war nicht bewilligt. Alle Beteiligten wurden angezeigt und der Fall ans Untersuchungsamt übergeben», erklärt Alexander Hanselmann, Mediensprecher der Stadtpolizei St. Gallen. Störend seien ausserdem die Schilder und Plakate gewesen, die die Veganer auf den Boden legten. «Dies sorgte dafür, dass zum Beispiel die Velofahrer die Gasse nicht mehr wie gewohnt passieren konnten», sagt Hanselmann. Auf die Demonstranten wartet nun eine Busse in noch unbekannter Höhe.

Die Veganer sind empört über die Entscheidung der Polizei. «Wir haben in anderen Städten schon öfters solche Aktionen gemacht und sind immer mit einer Verwarnung davon gekommen», so Renato Werndli, Inhaber von Vegantasia und Mitglied der Gruppierung ATAZ. «Die harmloseste Aktion hat die heftigste Reaktion ausgelöst», sagt Arun Bertozzi, ebenfalls Mitglied von ATAZ. Er habe nun keine Lust mehr, in die Ostschweiz zu kommen, wenn die Polizei so vorgeht. Der Verein trage die Bussen solidarisch.

5000 Franken Umsatz

Abgesehen vom Trubel feierte der Vegan-Shop einen gelungenen Einstieg im Zentrum der Bratwurst-Stadt St. Gallen. Über den ganzen Tag hinweg erfreuten sich die Betreiber des Ladens über eine Vielzahl an Besuchern. «Wir haben an diesem Tag rund 5000 Franken Umsatz gemacht», sagt Inhaber Werndli.

«Mit Pflanzen kann man nicht alles ersetzen»

Besucher sprechen über die Eröffnung des ersten Vegan-Shops in St. Gallen.

Im Video sehen Sie, wie die Gäste auf das St. Galler Novum reagierten. (Video: viv/tso)

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