Aktualisiert 29.03.2020 16:54

Unbekannte AutolenkerStatt Strasse zu räumen, zerstören sie die Wiesen

Weil eine umgestürzte Buche nachts in Niedermuhlern die Strasse versperrte, fuhren unbekannte Autolenker über die Felder von Bauer Zehnder. Dieser ist verärgert.

von
miw
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Durch Sturmwinde war in der Nacht vom 5. auf den 6. März ein Baum auf die Strasse gestürzt. Für Autos gab es kein Durchkommen mehr.

Durch Sturmwinde war in der Nacht vom 5. auf den 6. März ein Baum auf die Strasse gestürzt. Für Autos gab es kein Durchkommen mehr.

Was machten die Lenker dann? «Anstatt umzudrehen, den Baum beiseitezuräumen oder die Feuerwehr zu alarmieren, haben Lenker versucht, das Hindernis vor Ort zu umfahren», sagt Landbesitzer Rudolf Zehnder.

Was machten die Lenker dann? «Anstatt umzudrehen, den Baum beiseitezuräumen oder die Feuerwehr zu alarmieren, haben Lenker versucht, das Hindernis vor Ort zu umfahren», sagt Landbesitzer Rudolf Zehnder.

Doch die Wiese war nass und das Gefälle zu steil, um zurück auf die Strasse zu gelangen. So fuhren mindestens zwei Autos den Hang hinab über die Felder von Bauer Zehnder.

Doch die Wiese war nass und das Gefälle zu steil, um zurück auf die Strasse zu gelangen. So fuhren mindestens zwei Autos den Hang hinab über die Felder von Bauer Zehnder.

Als der Berner Landwirt Rudolf Zehnder vergangene Woche nach dem Aufstehen auf seine Felder in Niedermuhlern schaute, traf ihn beinahe der Schlag: Die Wiesen oberhalb seines Hofs waren mit Wagenspuren übersät. «In der Nacht müssen hier Autolenker herumgekurvt sein», vermutete der Bauer schon in der Nacht. Seine Frau habe morgens um vier aus der Ferne auch Autolärm vernommen.

Schnell konnte Zehnder das nächtliche Geschehen rekonstruieren: Durch Sturmwinde war ein Baum auf die Strasse oberhalb seines Landes gestürzt. Die umgekippte Buche blockierte danach beide Fahrbahnen komplett. Für Autos gab es jetzt kein Durchkommen mehr. «Anstatt umzudrehen, den Baum beiseitezuräumen oder die Feuerwehr zu alarmieren, haben Lenker versucht, das Hindernis vor Ort zu umfahren», sagt Zehnder. Sie seien mit ihren Autos so auf seine Wiese ausgewichen.

Autos fuhren «zmitz düre Bitz»

Da nahm die Beschädigung der Felder erst seinen Lauf: «Da die abwärts fallende Wiese sehr nass war, gelang es zwei Lenkern wohl nicht mehr, auf die Strasse zurückzukommen», sagt Zehnder. Sie seien in der Erde stecken geblieben. «Anstatt jetzt endlich Hilfe zu holen, haben die Lenker nun weiter in Eigenregie meine Felder verwüstet», ärgert sich der Berner Landwirt.

Die Autofahrer seien nun nämlich mit den PWs abwärts – «zmitz düre Bitz» – gefahren: «Sie kurvten umher und versuchten, irgendwo weiter unten auf einen Weg oder eine Strasse zu gelangen», so Zehnder. Anhand der Wagenspuren ist noch immer zu sehen: Lange ist dies den Automobilisten nicht gelungen. Die Irrfahrt der Lenker führte so immer weiter abwärts; weiter über andere Felder von Bauer Zehnder.

Der Bauer hofft auf ein Sorry

Für den Landwirt haben die nächtlichen Aktionen nun Folgen: «So einen groben Landschaden hatte ich bislang noch nie.» Er schätzt die Schadenssumme auf mehrere hundert Franken.

Doch nicht ums Geld geht es Zehnder in erster Linie: «Am meisten stört mich, dass sich die Autofahrer nach der Zerstörung einfach heimlich aus dem Staub gemacht haben.» Er habe gehofft, dass sich die Verantwortlichen bei ihm melden würden. Mit einer Entschuldigung und einer Hunderternote wäre die Sache für ihn erledigt gewesen, doch vergebens: «So ist es einfach nur eine Frechheit.»

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