Online-Shopping: Statt Waffe kommt Strafregister-Eintrag
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Online-ShoppingStatt Waffe kommt Strafregister-Eintrag

Nach einer Zunahme von Waffenkäufen warnen Polizeikorps vor dem Online-Kauf: Wer eine Waffe will, sollte sich richtig informieren.

von
gwa
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Die Zentralschwiezer Polizeikorps warnen vor dem Online-Kauf von Waffen im Ausland. Viele Online-Shopper seien sich gar nicht bewusst, das sie sich mit wenigen Klicks strafbar machen können.

Die Zentralschwiezer Polizeikorps warnen vor dem Online-Kauf von Waffen im Ausland. Viele Online-Shopper seien sich gar nicht bewusst, das sie sich mit wenigen Klicks strafbar machen können.

Zuger Polizei
Im ersten Halbjahr 2019 hätten die Fälle zugenommen. Alleine im März stellte der Zoll 46 Waffen sicher, die illegal in den Kanton hätten eingeführt werden sollen.

Im ersten Halbjahr 2019 hätten die Fälle zugenommen. Alleine im März stellte der Zoll 46 Waffen sicher, die illegal in den Kanton hätten eingeführt werden sollen.

Luzerner Polizei
Wer via Internet im Ausland Waffen kaufen möchte, solle sich informieren. Dazu gibt es vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement EJPD eine Broschüre.

Wer via Internet im Ausland Waffen kaufen möchte, solle sich informieren. Dazu gibt es vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement EJPD eine Broschüre.

Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement EJPD

Waren online bestellen ist bequem und einfach – sei es Kleidung, Kosmetikartikel, elektronische Geräte oder auch Esswaren. 2018 machten Onlinebestellungen im In- und Ausland 10,7 Prozent des Gesamtvolumens im Detailhandel von 91,3 Milliarden Franken aus.

Aber auch immer mehr Waffen werden online eingekauft, wie die Zentralschweizer Polizeikorps am Montag mitteilten. «Internetkaufportale machen es uns immer einfacher, Ware bequem aus dem Ausland zu bestellen», heisst es in der Mitteilung.

«Unwissenheit schützt nicht vor Strafe»

Die Zahl der illegalen Waffenimporte habe im ersten Halbjahr 2019 zugenommen. «Ein Grossteil der Waffen stammt aus Asien», sagt Sandra Peier, Mediensprecherin der Zuger Starfverfolgungsbehörden. Wie stark die illegalen Waffenimporte zugenommen haben, könne man nicht sagen.

Zahlen nannte die Luzerner Polizei im vergangenen Frühling: In einer Mitteilung heisst es, dass alleine im März diesen Jahres 46 Waffen abgefangen worden sind, die illegal in den Kanton Luzern hätten importiert werden sollen. Darunter waren etwa Springmesser, Schlagringe oder auch eine SoftAir-Gun.

«Es ist ein massives Problem», sagt auch der Informationsbeauftragte der Luzerner Staatsanwaltschaft, Simon Kopp. Online-Shopper bestellten sich mit wenigen Klicks Waffen und seien sich gar nicht bewusst, dass sie sich strafbar machen. Dadurch würden viele überrascht: «Statt der bestellten Waffe liegt plötzlich eine Einladung für eine Befragung bei der Polizei im Briefkasten.»

Die Polizeikorps raten: Wer online Waffen kauft, soll sich informieren. Für Waffen benötigt man eine Bewilligung für den Import. «Auch beim Kauf von Waffen gilt der Grundsatz ‹Unwissenheit schützt nicht vor Strafe›», sagt Peier. Es sei Vorsicht geboten, da die Produktbeschreibungen nicht in allen Online-Shops vollständig seien. Teilweise könnten sie auch fehlerhaft sein. «Wer eine Waffe importieren will, sollte sich die Zeit nehmen und sich detailliert informieren.»

Hohe Kosten und Strafregistereintrag

Denn illegal bestellte Waffen werden beim Zoll sichergestellt. Danach wird die Staatsanwaltschaft aktiv und eröffnet ein Verfahren – und dann können Bussen, Geldstrafen und Gebühren fällig werden. Und: «Nebst hohen Kosten führen solche Verfahren bei einem Schuldspruch auch zu einem Eintrag ins Schweizerische Strafregister».

Die Polizeikorps raten:

• Wer Waffen in die Schweiz importieren will, soll prüfen, ob es sich um Waffen im Sinne des Waffengesetzes handelt. Informationen dazu biete etwa die Broschüre «Waffen in Kürze» des Eidgenössischen Justiz- und Sicherheitsdepartementes EJPD.

• Wer eine Waffe in die Schweiz einführen will, benötigt eine Bewilligung des Bundesamtes für Polizei Fedpol.

• Bei Unsicherheiten solle man sich an das Waffenbüro der zuständigen Kantonspolizei wenden.

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