Aktualisiert

Nach 11 Monaten HaftStauffacher kommt rechtzeitig zum 1. Mai frei

Die Zürcher Linksradikale Andrea Stauffacher soll an Ostern das Gefängnis verlassen können, pünktlich zum 1. Mai. Es drohe kein Rückfall, wird die frühzeitige Entlassung begründet.

von
rom
Andrea Stauffacher mit Rosen, die sie von Sympathisanten bekommen hat, nach der Urteilsverkündigung vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona am 8. November 2012.

Andrea Stauffacher mit Rosen, die sie von Sympathisanten bekommen hat, nach der Urteilsverkündigung vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona am 8. November 2012.

Wenn der 1.-Mai-Umzug in Zürich dieses Jahr erstmals zum Sechseläutenplatz führt, dürfte wohl auch eine alte Bekannte dabei sein: Andrea Stauffacher. Die Anführerin des schwarzen Blocks soll an Ostern das Gefängnis verlassen können, wie ihr Anwalt Marcel Bosonnet gegenüber der «NZZ am Sonntag» bestätigt. In Winterthur verbüsste die 64-Jährige seit dem 13. Mai 2013 eine 18-monatige Freiheitsstrafe. Die frühzeitige Entlassung sei möglich, weil kein Rückfall drohe und Stauffacher sich im Vollzug angemessen verhielt.

Verurteilt worden war Stauffacher wegen mehrfacher Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht, Sachbeschädigungen und Aufbewahrung von Sprengstoffen. Verantwortlich gemacht wurde die Aktivistin für Anschläge auf das spanische Generalkonsulat und auf ein Polizeigebäude in Zürich. Das Bundesgericht hatte das Urteil des Bundesstrafgerichts Ende 2012 bestätigt.

Wolff kündigt rigoroses Durchgreifen an

Auch für den diesjährigen 1. Mai hat das revolutionäre Bündnis wieder eine unbewilligte Nachdemonstration angekündigt. Diese startet beim Helvetiaplatz. Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) machte bereits deutlich, dass Ausschreitungen rigoros unterbunden würden. In den letzten Jahren war der 1. Mai dank einem riesigen Polizeiaufgebot ohne grössere Krawalle über die Bühne gegangen.

Wolff hatte im Januar mit Aussagen zum am 1. Mai wiederholt gewalttätig agierenden schwarzen Block irritiert. In einem Interview mit «Radio 1» hatte er diesen als «interessante Ergänzung» bezeichnet, die «zur Vielfalt und Buntheit der Meinungen beiträgt». Ein paar Tage bedauerte er die Äusserungen in einem Mail an die Mitarbeiter und schrieb von einer unglücklichen Formulierung.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.