Fechten: Stechen die Schweizer Trümpfe?
Aktualisiert

FechtenStechen die Schweizer Trümpfe?

Die Schweizer Degenfechter starten am Dienstag ins Turnier. Noch grösser als im Einzel sind ihre Medaillenchancen am Sonntag im Team-Wettkampf.

von
Peter Berger
Rio
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Max Heinzer, Benjamin Steffen, Fabian Kauter und Peer Borsky (v.l.) posieren am Strand von Ipanema.

Max Heinzer, Benjamin Steffen, Fabian Kauter und Peer Borsky (v.l.) posieren am Strand von Ipanema.

Keystone/Peter Klaunzer
Das Quartett will nicht nur im Einzel-, sondern dann vor allem auch im Teamwettkampf jubeln.

Das Quartett will nicht nur im Einzel-, sondern dann vor allem auch im Teamwettkampf jubeln.

Keystone/Laurent Gillieron
Die Athleten haben sich in Rio gut anklimatisiert. Hier tanzt Kauter spontan mit einer einheimischen Passantin.

Die Athleten haben sich in Rio gut anklimatisiert. Hier tanzt Kauter spontan mit einer einheimischen Passantin.

Keystone/Peter Klaunzer

Vor vier Jahren galten Max Heinzer und Fabian Kauter als gesetzte Medaillenanwärter. Dann folgte für beide in London das frühe Aus. In Rio soll sich dieses Szenario nicht wiederholen.

Ausschliessen können es die Protagonisten aber nicht. «Es gibt bloss fünf, sechs Exoten, die es sicher nicht aufs Podest schaffen werden. Sonst können von 40 Fechtern 20 gewinnen», erklärt Kauter und ergänzt: «Wir auch.» Heinzer vergleicht die fünf Kämpfe bis zum möglichen Titel mit fünf Tiebreaks aus dem Tennis. «Will man reüssieren, muss man alle gewinnen.» Sein Startgegner ist der Italiener Paolo Pizzo. Der Weltmeister von 2011 sei ein sehr harter Brocken, eine Bombe, so Heinzer.

Anders als in London haben Heinzer, Kauter, Benjamin Steffen und Ersatzmann Peer Brosky mit dem Team in Rio eine zweite Chance. «Das nimmt etwas Druck weg. Aber ich will beide Chancen packen», sagt Heinzer. Auch Kauter betont, dass er fechttechnisch und athletisch bereit sei. «Nun geht es darum, auch mental top zu sein. Ich muss in den Gefechten frech und trotzdem demütig sein.»

Schmerzhafter Prozess

Weil sich die Schweizer diesmal nur als Team für den Einzel-Wettkampf selektionieren konnten, erhält der Mannschaftsauftritt eine spezielle Bedeutung. «Ich freue mich extrem darauf», sagt Kauter. «Vier Jahre haben wir dafür hart gearbeitet, sind zusammengewachsen, obwohl wir unterschiedliche Typen sind.» Der Prozess sei auch schmerzhaft gewesen, so Kauter. «Wir mussten lernen, offen miteinander zu sein, Nerviges anzusprechen, aber auch eigene Schwächen aufzudecken. Alle haben dabei voll mitgezogen.» Steffen erklärt warum: «In einem Fussball-Team mit elf Spielern muss man nicht wissen, was jeder denkt. Aber bei uns ist das wichtig.» Klar ist deshalb, dass eine Einzelmedaille dem ganzen Quartett für den Wettkampf am Sonntag nochmals riesigen Auftrieb verleihen würde.

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