Regierungskrise in Österreich: Stecken Aktionskünstler hinter dem Strache-Video?
Aktualisiert

Regierungskrise in ÖsterreichStecken Aktionskünstler hinter dem Strache-Video?

Ein Video, das heimlich auf Ibiza aufgenommen wurde, hat den österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache zu Fall gebracht. Spuren führen nun nach Deutschland.

von
heute.at

Die deutsche Guerilla-Polit-Prop-Gruppe «Zentrum für Politische Schönheit», die vom deutsch-schweizerischen Aktionskünstlers Philipp Ruch geleitet wird, soll beim «Ibiza-Video», das den österreichischen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache seine Karriere kostete, involviert gewesen sein. Das hat eine der Gruppe nahestehende Person bestätigt, wie heute.at schreibt.

Laut einem «Profil»-Bericht will sich das «Zentrum für Politische Schönheit» erst zu der Causa äussern, wenn auch der österreichische Innenminister Herbert Kickl zurückgetreten ist.

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Am 20. Mai 2019 kündigte Jan Böhmermann auf seinem Twitter-Account an: «Diese Woche haben wir ein kleines Special vorbereitet» Dazu postete er einen Link zu einer Website mit einem Countdownfeld, das am Mittwoch um 20:15 Uhr ablauft.

Am 20. Mai 2019 kündigte Jan Böhmermann auf seinem Twitter-Account an: «Diese Woche haben wir ein kleines Special vorbereitet» Dazu postete er einen Link zu einer Website mit einem Countdownfeld, das am Mittwoch um 20:15 Uhr ablauft.

AP/Henning Kaiser
Im Quellcode der Internetseite versteckt sich das Wort «Ibiza». Eine Abfrage bei Whois zum Domain-Inhaber der Website lässt erkennen: Diese wurde am 15. Mai von «info@btf.de» registriert - «btf» ist eine von Böhmermanns Produktionsfirmen.

Im Quellcode der Internetseite versteckt sich das Wort «Ibiza». Eine Abfrage bei Whois zum Domain-Inhaber der Website lässt erkennen: Diese wurde am 15. Mai von «info@btf.de» registriert - «btf» ist eine von Böhmermanns Produktionsfirmen.

Screenshot
Bereits einen Monat vor der Veröffentlichung des Strache-Videos gab der deutsche Comedian Hinweise darauf, dass er von der Existenz des Videos wisse.

Bereits einen Monat vor der Veröffentlichung des Strache-Videos gab der deutsche Comedian Hinweise darauf, dass er von der Existenz des Videos wisse.

Screenshot Der Spiegel

Wie der deutsche Journalist Daniel Laufer auf Twitter berichtet, steht der Account «Kurzschluss14» mit dem «Ibiza-Video» in Zusammenhang. Das Twitter-Konto sei kurz vor der Veröffentlichung durch den «Spiegel» und und die «Süddeutsche Zeitung» erstellt worden, der erste Follower war das «Zentrum für Politische Schönheit». Ruch wollte sich gemäss dem Journalisten nicht dazu äussern.

Die ORF-Journalistin Susanne Schnabl gibt hingegen an, mit dem Kollektiv telefoniert zu haben. Es soll nicht hinter dem Video stecken. Derzeit machen Gerüchte die Runde, dass sie es an den «Spiegel» und die «Süddeutsche Zeitung» weitergereicht haben könnten.

Das «Zentrum für Politische Schönheit» hat in der Vergangenheit immer wieder mit aufwändigen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Sie errichteten etwa über Nacht ein Holocaust-Mahnmal neben dem Wohnhaus des AfD-Politikers Björn Höcke.

Auch in der Schweiz war das Kunstkollektiv aktiv. Ruch sorgte für einen Skandal, als er zum Mord an Weltwoche-Verleger und SVP-Nationalrat Roger Köppel aufrief. Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen Ruch wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung.

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