Alarm-Leitung tot: Stecken wir bald hilflos im Lift fest?
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Alarm-Leitung totStecken wir bald hilflos im Lift fest?

In zwei Jahren macht die Swisscom Schluss mit dem analogen Telefonieren. Dumm nur: Der Alarmknopf vieler Aufzüge hängt an solchen Leitungen.

von
vro
Die Swisscom stellt bald das analoge Telefonieren ein, bis dahin müssen die Leitungen der Notfallknöpfe in Aufzügen umgerüstet sein.

Die Swisscom stellt bald das analoge Telefonieren ein, bis dahin müssen die Leitungen der Notfallknöpfe in Aufzügen umgerüstet sein.

Es ist eine Horrorvorstellung für jeden mit Platzangst: Man bleibt im Lift stecken und niemand hört einen. Damit das nicht passiert, gibt es in den Aufzügen Notfallknöpfe. Am anderen Ende der Leitung steht ein Telefon einer Notrufzentrale. Doch schon bald könnte diese Verbindung gekappt werden. Die Swisscom plant nämlich, per Ende 2017 das analoge Telefonieren einzustellen – jene Verbindung, die in Aufzügen üblicherweise verwendet wird.

Also müssen betroffene Firmen umrüsten. Doch ihnen bleibt nicht viel Zeit. Einige aus der Branche bezeichnen den Zeitplan als ambitioniert, andere als schwer umsetzbar, berichtet die «Nordwestschweiz». Die Umrüstung sei eine grosse Herausforderung, sagt Kurt Kaufmann, Leiter Aufzüge bei AS Aufzüge AG, zur Zeitung. «Wir arbeiten intensiv an der Umstellung von analog zu digital.» Mehrere tausend Lifte seien betroffen.

Kein Nutzen für Alarmanlagen

Lifthersteller Schindler offeriert seinen Kunden, die Anlagen auf Mobilfunk umzurüsten. Ein Grossteil hänge derzeit noch an einem Analogkabel, wie Sprecher Florian Meier sagt. Man erwarte jedoch keine Probleme nach der Umstellung.

Anders sieht es bei Firmen aus der Sicherheitsbranche aus: «Vor allem in abgelegenen Gebieten dürfte es zu Schwierigkeiten kommen», sagt Urs Marquart, Geschäftsführer von Marquart Sicherheit und Security AG zur Zeitung. Dies ist in erster Linie aus technischen Gründen der Fall. Einen Nutzen habe die Umstellung für Alarmanlagen ohnehin nicht.

Auch GSM-Netz erfordert Umrüstung

Sollte die Umrüstung bis 2017 nicht abgeschlossen sein, stehen die Firmen vor einem Problem. Die Branchen erklären, dass man in diesem Fall über Ausnahmen nachdenken müsse. Für die Swisscom ist der Termin jedoch fix, schreibt die «Nordwestschweiz».

Ob Aufzüge oder Alarmanlagen, für alle Firmen kommt hinzu, dass sie auch manche bereits mobilen Geräte umrüsten müssen. Denn einige davon funktionieren über das 2G-Netz, dem die Swisscom 2020 ebenfalls den Stecker ziehen will.

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