Aktualisiert 16.06.2009 16:04

Mysteriöse «Filipino-Connection»Steckt eine Sekte hinter den Chiasso-Milliarden?

Mit den in Chiasso beschlagnahmten US-Staatsanleihen könnte Italien locker seine Verteidigungsausgaben bestreiten. Könnte – falls die Dokumente echt sind. Während die italienischen Behörden zum Thema schweigen, haben die US-Medien eine «Filipino Connection» entdeckt.

«Woher wollen die Italiener nur wissen, dass die ‹Kennedy-Bonds› womöglich gefälscht, die ‹Federal Reserve Bonds› aber echt sind?», fragen sich Blogger in den USA. Irritiert hat sie die entsprechende Aussage von Oberst Rodolfo Mecarelli von der italienischen Finanzpolizei Como am Samstag (20 Minuten Online berichtete).

Die mysteriöse Geschichte, die an einen Indiana-Jones-Film erinnert, liess in den letzten Tagen auf beiden Seiten des Atlantiks Verschwörungstheoretiker und Abenteuerlustige auf Recherchejagd gehen. Ihre Resultate sind so seltsam wie die beiden Japaner auf dem Bummelzug von Como nach Chiasso, die einen Aktenkoffer mit 134,5 Milliarden Dollar in die Schweiz schmuggeln wollten.

«Diese Bonds sind unecht»

Was Kennedy Bonds überhaupt sein sollen, hat bisher niemand erklären können (20 Minuten Online berichtete). Aber auch die Federal Reserve Bonds stehen auf wackeligen Beinen. Der US-Blogger Cannonfire schreibt: «An und für sich gibt es diesen Begriff gar nicht», meint er. «Entweder heisst es ‹Treasury Bonds› oder ‹Federal Reserve Notes›», klärt er die Welt auf. Ein Kommentar zu einem YouTube-Video , das er in seinem Beitrag präsentiert, gibt ihm Recht: «Diese Bonds sind unecht. Man findet jede Menge davon auf den Philippinen oder in Indonesien.»

Eine Sekte könnte dahinter stecken

Tatsächlich führt die Fährte der gefälschten Bonds auf die Philippinen: Das angehängte YouTube-Video soll angeblich von einer dort ansässigen Sekte stammen. Deren spirituelle Führerin, «Queen Salvacion A. Legaspi», behauptete bereits 2007 in einer Pressemitteilung, sie besitze «ein Flugzeug voller Bonds aus dem Jahre 1934», die sie US-Präsident George W. Bush zurückgeben wolle, da sie ihm gehörten. Wo und wann Queen Salvacion die Bonds gefunden hat, will sie nicht verraten.

Dass es sich bei den Schmugglern in Chiasso nicht um Japaner handelt, vermuten nun auch US-Medien vermehrt. Einem Bericht zufolge soll es sich dabei um zwei bekannte philippinische Verbrecher handeln: Yohannes Riyadi, auch als Wilfredo Saurin bekannt, und sein Partner Joseph Daraman. Beide sollen Mitte fünfzig sein und einen japanischen Pass besitzen. Sie sollen bereits vor Jahren versucht haben, gefälschte US-Bonds in Umlauf zu bringen.

(kle)

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