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Stefan Schumacher Etappensieger und Leader

In der verregneten 3. Etappe des Giro d'Italia ist es zu einem Leaderwechsel gekommen. Stefan Schumacher (De) siegte bei der Zitadelle von Namur und löste dank der Zeitgutschrift von 20 Sekunden Paolo Savoldelli (It) als Leader ab.

Schumacher hatte am Samstag im Zeitfahren von Seraing mit 13 Sekunden Rückstand auf Savoldelli den 4. Platz erreicht. Damit befand sich der 25 Jahre alte Schwabe in einer guten Lauerstellung. Schumacher stiess im 2,3 km langen Anstieg von Namur zur Zitadelle zu José Luis Rubiera vor. Der Spanier musste sich mit dem 2. Platz zufrieden geben. Savoldelli traf mit der ersten Hauptgruppe mit sechs Sekunden Rückstand im Ziel ein und belegt nun mit 13 Sekunden Rückstand den 2. Gesamtrang.

Schumacher ist der erste Deutsche seit zwei Jahren, der in der Maglia rosa steckt. 2004 hatte der Sprinter Olaf Pollack zu Beginn des Giro für 24 Stunden das Leadertrikot getragen. Schumacher gewann in dieser Saison den Circuit de la Sarthe und belegte im Gold Race den 9. Platz.

Der neue Gesamterste des Giro gehört seit dieser Saison der Sportgruppe Gerolsteiner an, bei der auch die vier Schweizer Beat und Markus Zberg, Sven Montgomery und Marcel Strauss unter Vertrag stehen. Letztes Jahr fuhr Schumacher für ein unbedeutendes Team, heimste viele Siege ein und er war in ein merkwürdiges Dopingverfahren verwickelt. Am 14. Mai letzten Jahres war Schumacher in der 4. Etappe der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt positiv auf das Stimulanzmittel Cathin getestet worden. Der Radprofi beteuerte seine Unschuld und erhielt letztlich Recht.

Schumacher wurde vom Vorwruf des schuldhaften Dopings freigesprochen. Die beanstandete Substanz war in einem Medikament für Allergiker enthalten, und der Teamarzt des Athleten hatte sogar bei der nationalen Anti-Dopingagentur Hollands angefragt, ob mit der Verwendung des Medikamentes Probleme entstehen könnten. Die Fachleute gaben grünes Licht. Schumacher hatte daraufhin Probleme ganz anderer Art und musste wochenlang einen aufwendigen Prozess betreiben, bis der Freispruch feststand.

Auf den nassen und rutschigen Strassen in Wallonien kam es zu einigen Stürzen. Prominentestes Opfer war der Sprinter Alessandro Petacchi, der rund 30 km vor Schluss zu Boden musste. Der Italiener zog sich Verletzungen am linken Knie zu und unterbrach später seine Weiterfahrt, um die Blessur vom Rennarzt behandeln zu lassen. Petacchi traf mit einigen Minuten Rückstand im Etappenziel ein.

(si)

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