Finanzkrise: Stehen UBS und CS vor der Fusion?

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FinanzkriseStehen UBS und CS vor der Fusion?

Die Schweizer Grossbanken leiden unter einem noch nie dagewesenen Vertrauensverlust. Ihre Aktien sind im Keller. Die Idee, dass die beiden Giganten fusionieren könnten, steht im Raum.

von
Werner Grundlehner

Neu ist die Idee des Zusammenschlusses von UBS und Credit Suisse nicht. Das bestätigt auch Thorsten Hens, Professor am Swiss Banking Institut der Uni Zürich: «Im Sommer 2008 gab es Überlegungen, UBS und CS zu fusionieren. Doch damals waren für die CS die Vorteile nicht so klar, da man dachte, die Kunden und Mitarbeiter der UBS vielleicht auch ohne Fusion bekommen zu können». Doch mit der fortschreitenden Kurserosion der beiden Institute häufen sich die Gerüchte über einen Zusammenschluss der beiden letzten Schweizer Grossbanken.

«Schön» gemacht

Böse Zungen könnten auch behaupten, die beiden Grossbanken drückten bewusst den Kaufpreis. Die Analysten von UBS und CS versuchten nämlich in jüngster Vergangenheit, mit düsteren Prognosen, einer Reduzierung der Gewinnschätzungen sowie Senkung des Kursziels den Konkurrenten schlecht zu machen. Am Freitag macht die CS indes «Tradingchancen in den Aktien UBS» aus und empfiehlt die Valoren zu diesem Zweck zum Kauf.

Keine kritische Grenze

Oft wird der Wert von 10 Franken für UBS-Valoren als «kritische Grenze» angeführt, dieser wurde am Donnerstag fast erreicht. Doch ein Händler winkt ab: «Ein Kurs von 10 Franken löst nichts aus, wieso auch?» Ein tieferes Kursniveau, ohne dass etwas passiere, sei durchaus möglich. Der Broker gibt zu bedenken, dass auf dem aktuellen Kursniveau die UBS tatsächlich für einen Käufer attraktiv wäre, räumt aber ein: «Keine Grossbank hat im Moment die Mittel, eine derartige Transaktion zu finanzieren»!

Auch hier: Standardprozedur

Auch die CS-Titel haben in den vergangenen Tagen viel an Wert eingebüsst. Die Credit Suisse kann nicht mehr aus einer Position der Stärke agieren. Der «Blick» suggeriert in der Ausgabe vom Freitag, dass der Bundesrat im Notfall die beiden Institute zur Zwangsheirat zwingen könnte.

Tobias Lux, Sprecher der Eidgenössischen Bankenkommission, sieht dafür keine Anzeichen. «Wir würden ein solches hypothetisches Szenario nach den uns zur Verfügung stehenden aufsichtsrechtlichen Kriterien prüfen», meint Lux. Dies gelte auch für ein Übernahmeangebot aus dem Ausland, mit dem Unterschied, dass von ausländischen Käufern zusätzliche Kriterien zu erfüllen seien.

Cititgroup wäre zu haben

Im diesem Sommer hatte bereits die britische HSBC 70 Milliarden für die UBS geboten. Ob das Institut das heute auch noch würde und könnte, ist fraglich. Zudem gibt es andere Kaufobjekte. Das «Wall Street Journal» berichtet in der aktuellen Ausgabe, dass Citigroup, einst weltgrösste Bank, überlege, sich zum Verkauf anzubieten.

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