Steigende Schulden bei der Arbeitslosenversicherung

Aktualisiert

Steigende Schulden bei der Arbeitslosenversicherung

Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen steigen die Schulden der Arbeitslosenversicherung. Das Volkswirtschaftsdepartement prüft Varianten für die Finanzierung der Arbeitslosenversicherung. Im Frühjahr soll ein Entwurf vorliegen.

Sobald der Schuldenstand 2,5 Prozent der beitragspflichtigen Lohnsumme überschreitet, muss der Bundesrat innert Jahresfrist eine Gesetzesrevision vorlegen. Laut dem Volkswirtschaftsdepartement (EVD) dürfte per Ende 2007 und 2008 die Darlehensschuld im Grenzbereich liegen, der für eine Prämienerhöhung definiert wurde.

Diese Prognosen gehen von einem fortgesetzten Rückgang der Arbeitslosigkeit aus. Bei leichter Verschlechterung würde die Grenze rasch deutlich überschritten, hält das EVD fest. Der Bundesrat genehmigte am Donnerstag die Jahresrechnung und den Jahresbericht der Arbeitslosenversicherung für das Jahr 2005.

Weniger Arbeitslose

Im Jahr 2005 waren durchschnittlich 148 500 Personen arbeitslos; die Quote betrug 3,8 Prozent. Für das Jahr 2006 rechnet die Arbeitslosenversicherung mit 130 000 Arbeitslosen (3,3 Prozent), für 2007 mit 110 000 (2,8 Prozent).

Der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung schloss 2005 mit einem Verlust von 1,88 (Vorjahr: 2,27) Milliarden Franken ab. Der Gesamtertrag betrug 5,23 (5,27) Milliarden Franken, die Aufwendungen beliefen sich auf 7,11 (7,54) Milliarden.

Zur Finanzierung der Leistungen wurden bei der Bundestresorerie Darlehen von 1,8 Milliarden Franken aufgenommen. Somit beliefen sich die Darlehen per Ende 2005 auf total 3,8 Milliarden Franken. Für das Jahr 2006 werden voraussichtlich Darlehen von 1,3 Milliarden aufgenommen.

Mehr Schlechtwetterentschädigungen

2005 wurden insgesamt 4,626 (5,031) Milliarden an Arbeitslosenentschädigungen ausbezahlt. Zugenommen haben die Kurzarbeits- und die Schlechtwetterentschädigungen: Auf Kurzarbeitsentschädigungen entfielen 57 (103) Millionen, auf Schlechtwetterentschädigungen 105 (46) Millionen.

680 Millionen wurden für arbeitsmarktliche Massnahmen aufgewendet. AHV/IV/EO-Beiträge schlugen mit 457 Millionen zu Buche, Nichtberufsunfall-Beiträge mit 199 Millionen und Berufsunfall-Beiträge mit 15 Millionen. (sda)

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