Wirtschaft: Steigender Ölpreis drückt Stimmung an den Börsen

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WirtschaftSteigender Ölpreis drückt Stimmung an den Börsen

Immer neue Höchstmarken beim Ölpreis und neue Gerüchte über Abschreibungen aus der US-Hypothekenkrise drücken seit Tagen weltweit auf die Stimmung an den Aktienmärkten. Auch die Schweizer Börse setzte ihre Talfahrt fort.

Überall sorgte die Ölpreis-Hausse bei den Investoren für Verunsicherung. Erstmals stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl auf mehr als 142 Dollar. Grund waren neben einer erneuten Schwächung des Dollars vor allem Äusserungen von OPEC-Präsident Chakib Khelil. Er hatte erklärt, er halte einen Ölpreis von 150 bis 170 Dollar noch in diesem Sommer für möglich. Dies trug ihm teils geharnischte Kritik ein. So schrieb die St. Galler Privatbank Wegelin, Khelil habe als Chef des weltweit grössten Kartells Öl ins Feuer gegossen.

Hinzu kamen neue Spekulationen über Abschreibungen aus der Subprime-Krise. Ein Analyst von Lehman Brothers sagte für die weltgrösste Investmentbank Merrill Lynch weitere Abschreibungen von 5,4 Milliarden Dollar voraus. Tags zuvor war für die Citigroup ein Abschreibungsbedarf von neun Milliarden Euro vorausgesagt worden. Und eine Analyse der Citigroup sieht wiederum für das britische Finanzhaus Barclays einen zusätzlichen Kapitalbedarf von neun Milliarden Pfund. Die Bank Wegelin sprach in diesem Zusammenhang von weiterem Zunder am Dynamitfass bei der überhitzten Debatte über zusätzliche Kapitalerhöhungen und Abschreibungen im Finanzsektor.

Der Swiss Market Index (SMI) fiel am Freitag zeitweise um mehr als 2,1 Prozent und notierte bei Handelsschluss mit 6.861,54 Punkten noch um 1,27 Prozent im Minus. Die UBS-Aktien fielen vorübergehend um 5,4 Prozent auf das Tagestief von 21,74 Franken und standen bei Handelsschluss bei 22,40 Franken um 2,5 Prozent im Minus. Der Kurs der Credit-Suisse-Aktien gab vorübergehend bis zu 3,6 Prozent auf 45,20 Franken nach, bevor er sich wieder erholte auf den Schlussstand des Vortages von 46,90 Franken. Das SMI-Schwergewicht Nestle sank um 3,1 Prozent auf 452 Franken.

Andere europäische Handelsplätze schlossen mit weniger Verlusten. Der Deutsche Aktienindex DAX sank um 0,58 Prozent auf 6.421,91 Punkte. Grösste Verlierer im DAX waren Deutsche Börse und MAN mit über drei Prozent sowie Daimler, Deutsche Bank und Hypo Real Estate mit fast drei Prozent. Die Leitindizes von London und Paris gaben um 0,07 beziehungsweise 0,64 Prozent nach, Mailand schloss 0,45 Prozent tiefer.

In den ersten Handelsstunden an der Wall Street büsste der Dow Jones nach den schweren Verlusten vom Vortag von 3,03 Prozent am Freitag weitere 0,68 Prozent auf 11.375,17 Zähler ein.

Die Vorgaben aus Asien waren am Freitag ebenfalls negativ: Der japanische Nikkei-Index schloss mit 13.544,36 Punkten und einem Minus von 2,01 Prozent. In Shanghai brach der Composite Index um 5,3 Prozent auf 2.748,43 Punkte ein, den tiefsten Wert seit Februar 2007. In Hong Kong büsste der Hang-Seng-Index weitere 1,8 Prozent ein. (dapd)

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