Aktualisiert 22.05.2020 15:02

Jahrhundert-Sichtung

Steinadler nach 200 Jahren Absenz wieder im Kanton Jura beobachtet

Der Ornithologe Martial Farine hat in den jurassischen Freibergen einen Steinadler fotografiert. Die Sichtung ist eine Sensation: Vor 200 Jahren war der Raubvogel nämlich aus dem Jura vertrieben worden und wurde seither nicht mehr gesehen.

von
Manuela Humbel

Darum gehts

  • Im April wurde zum ersten Mal seit 200 Jahren ein Steinadler in den jurassischen Freibergen gesichtet.
  • Die Überraschung ist gross, denn der Raubvogel wurde in der Renaissance von den Menschen vertrieben und flüchtete in die Alpen.
  • Jetzt hoffen Ornithologen, dass der Grefivogel sich im Jura wieder ansiedeln kann.

«Es ist immer ein emotionaler Moment», erzählt Martial Farine über seine Entdeckung, die er am Doubs in den Freibergen im Jura gemacht hat. Dort ist der Ornithologe im April nämlich auf einen Steinadler gestossen. Der Raubvogel wurde vor 200 Jahren vom Menschen aus dem Jura vertrieben, und Farine dokumentierte den ersten Nachweis seines Comebacks. «Der Vogel ist so majestätisch und gross. Er ist imposant in Grösse und Gestalt», erzählt er gegenüber dem dem Westschweizer Fernsehen RTS. Es sei immer eine Überraschung, solch ein Tier zu entdecken, «wir sind es nicht gewohnt, den Vogel hier zu sehen».

Farine hat gerade zwei solcher Vögel im Vallée du Doubs während eines Paarungsbalzes beobachten können. Die Anwesenheit des Raubvogels konnte er bereits an mehreren Tagen hintereinander am selben Ort feststellen. Sogar beim Beutetragen konnte er den Tieren zusehen.

Sind Steinadler in der Juraregion bald wieder heimisch?

Einst wäre die Begegnung mit den Raubvögeln noch keine so grosse Seltenheit gewesen, denn vor 200 Jahren war der Steinadler im Jura noch verbreitet. Dann aber wurde er vom Menschen aus dem Gebiet vertrieben und er suchte in den Alpen Zuflucht. Jetzt ist er offensichtlich wieder dabei, sich die Ortschaft zurück zu erobern. Auch wenn noch nichts sicher ist, glaubt Farine, dass eine Nistung in der Juraregion wahrscheinlich ist. Und wer weiss, vielleicht sind die Steinadler neben den Bussarden und den Falken dort bald wieder heimisch.

Raphael Arlettaz, Professor für Naturschutzbiologie an der Universität Bern, sagte gegenüber RTS, man beobachte, dass Raubtiere und grosse Tiere, die seit der Renaissance verfolgt worden seien, wieder vermehrt zurückkehrten. Dies, weil deren Beutebstände durch die Arbeit der Wildhüter wieder «aufgefüllt» würden. Arlettaz stellt aber auch fest, dass sich vor allem die «grosse Fauna» durch die menschliche Anstrengung erholt, jedoch die «kleine Fauna» zunehmend in Gefahr ist. Das heisst also, dass die auf Insekten basierenden Nahrungsketten immer schlechter werden.

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44 Kommentare

Sss

24.05.2020, 07:36

Rechtschreibung beachten

Peter Meier

24.05.2020, 04:24

Sehr erfreulich ! In oder bei Adlerhorsten finden sich immer wieder Skelette von Hauskatzen. Und bei er Überpopulation von freilaufenden Hauskatzen bei und natürlich ein Paradies für den Steinadler. Ich hoffe er breitet sich bei uns vermehrt aus.

Steinadler

23.05.2020, 11:18

Den habe ich schon vor 2Jahren in den Freibergen gesehen.