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Merligen BE Steinbrocken kracht auf Camper von deutschem Touristenpaar 

Ein Stein von einem halben Meter Durchmesser krachte nahe der Beatenbucht auf die Motorhaube eines fahrenden Wohnmobils. Das deutsche Paar kam mit dem Schrecken davon.

von
Dominique Dussling
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Am Sonntag krachte dieser Stein nahe der Beatenbucht auf einen fahrenden Camper.

Am Sonntag krachte dieser Stein nahe der Beatenbucht auf einen fahrenden Camper.

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Das deutsche Ehepaar kam mit dem Schrecken und mit Prellungen davon.

Das deutsche Ehepaar kam mit dem Schrecken und mit Prellungen davon.

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Der Stein hatte einen Durchmesser von zirka einem halben Meter.

Der Stein hatte einen Durchmesser von zirka einem halben Meter.

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Darum gehts

Am Sonntagnachmittag war ein deutsches Ehepaar mit seinem Camper auf der Seestrasse nahe der Beatenbucht unterwegs, als es plötzlich rumpelte: Ein Stein mit einem halben Meter Durchmesser war auf die Motorhaube gefallen und hatte die Frontscheibe zerschlagen. Der Mann blieb unverletzt, die Frau kam mit einem lädierten Fuss davon. «Dummerweise hatte ich einen Fuss auf dem Armaturenbrett», sagt sie zu 20 Minuten. Er sei nicht gebrochen, sondern nur geprellt. «Wir sind unendlich dankbar, dass nichts Schlimmeres passiert ist.»

Das Wohnmobil sei nicht mehr fahrtüchtig und werde nach Deutschland überführt, erklärt die Touristin. Die Höhe der Schadenssumme sei noch unklar; ein Totalschaden könne nicht ausgeschlossen werden. Das Ehepaar hofft auf einen Versicherungsfall. «Jedenfalls sind wir gegen Steinschlag versichert. Wir wissen aber noch nicht, ob die Versicherung auch wirklich bezahlt.»

Mehrere Millionen Franken für Präventionsmassnahmen

Laut Markus Wyss, Kreisoberingenieur Berner Oberland und Verantwortlicher Kantonsstrassen, war der Bau der Strasse zwischen Beatenbucht und Sundlauenen vor etwa 100 Jahren ein kühnes Unternehmen. «Wegen der Lage der Strasse in der Felswand respektive unterhalb von Felswänden kann Steinschlag nicht verhindert werden», sagt Wyss. Die Strasse könne aber ohne Bedenken befahren werden.

In der Schweiz müssen Gefahrenstellen ein gewisses Sicherheitsniveau erreichen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Person, aufgrund eines Naturgefahrenereignisses ums Leben zu kommen, müsse hundert Mal geringer sein als die natürliche Todesfallrate, erklärt Wyss. Um das vorgeschriebene Sicherheitsniveau zu erreichen, seien Massnahmen ergriffen worden. «Wir haben seither mehrere Millionen Franken für das Installieren von Steinschlagschutznetzen ausgegeben.» Aber hundertprozentige Sicherheit könne es nie geben. «Es ist nicht möglich, zu verhindern, dass Steine auf die Strasse fallen. Vielmehr darf es nur extrem selten vorkommen, dass grosse Steine, die einen Todesfall verursachen können, bis auf die Strasse fallen.»   

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