Online-Umfrage: Steinbrück hat die Deutschen gegen sich
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Online-UmfrageSteinbrück hat die Deutschen gegen sich

Die Solidarität der Deutschen zur Schweiz ist gross - so das Fazit einer neuen deutschen Online-Umfrage. Die Teilnehmer sind der Meinung, Steinbrück solle Kavallerie und Peitsche einpacken und lieber die Steuern senken.

Wenn es nach den Leser der Online-Ausgabe der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» ginge, sollte Peer Steinbrück lieber die Steuern im eigenen Land senken als gegen die Schweiz und deren Bankgeheimnis schiessen. In einer Umfrage der Zeitung zu den Aussagen des Bundesfinanzministers zum Thema Bankgeheimnis verurteilte die Mehrheit der fast 8000 Teilnehmer den Indianer-Vergleich von Steinbrück.

Im Kampf gegen Steueroasen gibt sich Steinbrück wenig zimperlich und droht dem kleinen Nachbarn im Süden verbal. Rund 65 Prozent der Leser hielten diese Aussage für nicht angemessen. Davon war über die Hälfte der Meinung, dass Steuersenkungen im eigenen Land die bessere Lösung wären, als gegen das Schweizer Bankgeheimnis zu schimpfen. Der Rest war gar der Meinung, dass Steinbrück mit seiner Aussage dem Ansehen Deutschlands geschadet habe.

Nur neun Prozent stehen hinter Steinbrück

Diese Stimmung deckt sich mit der Aussage von Guido Westerwelle: Das Problem seien nicht die Oasen, sondern die Wüste drum herum. Der FDP-Chef warf vor zwei Wochen dem Minister im Bundestag «diplomatische Unverschämtheit» vor.

Nur bei gerade mal knapp 26 Prozent der Leser fanden die Aussagen des Bundesfinanzministers Anklang. Etwa neun Prozent der Leser fanden, dass Steinbrück recht habe, da Politiker einfach sagen sollten, was sie dächten.

(scc/zac)

Österreicher werden offenbar mit Steinbrück handelseinig

Österreichs Finanzminister Josef Pröll hat bei einem Gespräch in Berlin nach eigenen Angaben die Bedenken seines deutschen Kollegen Peer Steinbrück zum Umgang mit dem Bankgeheimnis ausräumen können. Die politischen Fragen seien damit erledigt, sagte Pröll. Nun gehe es nur noch um juristische und technische Details für die bilaterale Umsetzung dessen, was der Artikel 26 des OECD-Musterabkommen verlange.

Steinbrück erkenne die österreichischen Bemühungen voll an und sei nicht mehr misstrauisch. «Für Steinbrück sind die offenen Fragen mit unseren Aussagen jetzt geklärt», sagte Pröll gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA in Berlin. Die Atmosphäre war nach Angaben von Vize-Kanzler Pröll «absolut positiv und extrem amikal». «Wir werden auf keiner Liste erscheinen, und es wird auch - ganz klar - keinen automatischen Informationsaustausch geben», hielt Pröll fest. Damit habe sich das Thema für Österreich erledigt.

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