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«Sennentuntschi» sät ZwietrachtSteiner verklagt Köppel

Kokain, Escort-Girls, Erschleichung von Fördergeldern – die «Weltwoche» malt ein düsteres Bild von «Sennentuntschi»-Regisseur Michael Steiner. Nun hat dieser eine Klage wegen Persönlichkeitsverletzung eingereicht.

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obi/yvz

«Am Freitagabend hat der Regisseur Michael Steiner in Zürich Klage auf Persönlichkeitsverletzung gegen Weltwochechef Roger Köppel und einen seiner Journalisten eingereicht», so das Pressecommuniqué von Steiners Filmproduktionsfirma Kontra. Er reagiere damit auf Anwürfe und Insinuationen der 'Weltwoche'. Das Rechtsbegehren verlangt, die Weiterverbreitung des Artikels zu untersagen, den Artikel aus allen Archiven zu entfernen, das Urteil in der 'Weltwoche' zu publizieren und Steiner eine Genugtuung von 30'000 Franken zu bezahlen.

Steiners Film «Sennentuntschi» sollte im Herbst in die Kinos kommen, stattdessen streiten sich die Schweizer Filmförderer seit nunmehr acht Monaten über die Fertigstellung des Films. Regisseur Michael Steiners Produktionsfirma steht mit knapp 5,5 Millionen Franken in der Kreide, die Film-Crew wartet bis heute auf den Lohn. Zudem fordert das Bundesamt für Kultur eine Million Franken Fördergelder zurück.

Weshalb von den Förderern kein Geld nachfliesst, behauptet die «Weltwoche» zu wissen: Kokain und Escort-Girls seien im Spiel, so die Wochenzeitung im Artikel «Traumschlösser und Millionenschulden». Von Zürich bis Locarno gelte es als «offenes Geheimnis», dass Steiner Kokain in hohen Dosen konsumiere. Die gemieteten Damen seien ein Beweis dafür, wie die Filmemacher ihr Budget verjubelten. Ausserdem sollen Steiner und sein Geschäftsführer Bruno Seemann durch unwahre Angaben Kulturförderungs-Gelder erschlichen haben.

«Die vorgenannten Passagen zeichnen je einzeln und insgesamt vom Kläger das Bild eines egomanischen, kokainkonsumierenden Betrügers, der nicht in der Lage ist, ein Filmprojekt umzusetzen, vielmehr Fördergelder zum Drogenkonsum und für die sexuellen Dienstleistungen Dritter zu verwenden», heisst es in der Anklageschrift. Damit liege eine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung vor.

Die Klage richtet sich konkret gegen «Weltwoche»-Verleger und -Chefredaktor Roger Köppel, sowie Philipp Gut, dem Autor des betreffenden Artikels, «einer der wenigen verbliebenen Journalisten, die noch im Solde Köppels schreiben», so der Wortlaut.

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