Ein zweites Leben - Steinmarder Rantanplan wird von Hand mit dem Schoppen aufgezogen
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Ein zweites Leben Steinmarder Rantanplan wird von Hand mit dem Schoppen aufgezogen

Im Bernischen Kallnach wird derzeit ein Marder-Weibchen, das aus dem Nest fiel, von Hand aufgezogen. Weil es nicht ausgewildert werden darf, wird es nun im Zoo bleiben.

von
Lara Hofer

Rantanplan bei der Fütterung.

Video: Johns Kleine Farm/20min

Darum gehts

  • In Kallnach BE ziehen Tierpfleger derzeit einen Baby-Marder von Hand auf.

  • Das Tier fiel wenige Tage nach der Geburt aus seinem Nest.

  • Weil es im Kanton Bern nicht ausgewildert werden darf, wird es nun im Zoo Johns Kleine Farm bleiben.

  • Der Zoo fungiert auch als Auffangstation.

Baby-Marder Rantanplan hatte einen harten Start ins Leben. Nur wenige Tage nach der Geburt fiel er mehrere Meter aus seinem Nest auf den Boden, wo er von einem Menschen gefunden wurde. In der Not wurde das Jungtier zum Zoo Johns Kleine Farm in Kallnach BE gebracht. Dort versucht man, dem Nager-Weibchen, welches auf den Namen Rantanplan getauft wurde, seit einer Woche ein zweites Leben zu schenken. Betriebsleiter John-David Bauder (52) ist zuversichtlich: «Wenn wir ihr den Schoppen geben, dann frisst sie uns fast die Hand weg. Das ist ein gutes Zeichen.» Bereits nächste Woche soll Rantanplan erstmals auch feste Nahrung bekommen – Hackfleisch.

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Rantanplan wird von Hand aufgezogen.

Rantanplan wird von Hand aufgezogen.

ZVG/Johns kleine Farm
Das Steinmarder-Weibchen fiel ein bis zwei Wochen nach der Geburt aus seinem Nest und konnte nicht zurückgelegt werden. 

Das Steinmarder-Weibchen fiel ein bis zwei Wochen nach der Geburt aus seinem Nest und konnte nicht zurückgelegt werden.

ZVG/Johns kleine Farm
«Wenn wir ihr den Schoppen geben, dann frisst sie uns fast die Hand weg. Das ist ein gutes Zeichen», sagt Betriebsleiter John-David Bauder.

«Wenn wir ihr den Schoppen geben, dann frisst sie uns fast die Hand weg. Das ist ein gutes Zeichen», sagt Betriebsleiter John-David Bauder.

ZVG/Johns kleine Farm

Entweder Leben im Zoo oder Tod

Beim Zoo, der auch als Auffangstation fungiert, schätzt man das Alter von Rantanplan auf drei bis vier Wochen. Das Jungtier gehört bereits zur Familie und ist sehr zutraulich, sagt Bauder. Rantanplan soll es in Zukunft an nichts fehlen im Zoo. Denn zurück in die freie Wildbahn darf sie nicht mehr: «Bern ist da strenger als andere Kantone. Steinmarder dürfen nicht ausgewildert werden. Die Alternative wäre nur der Tod.» Damit verstossene oder verwaiste Jungtiere nicht eingeschläfert werden, nimmt sie der Zoo jeweils auf. Auch andere Tiere, wie Rotfüchse oder Dachse, haben auf diese Weise im Zoo ein neues Leben gefunden. «Wir verfügen über eine 7/24-Findeltierklappe. Mit dieser finden immer wieder Tiere Asyl bei uns», sagt Rahel Bärtschi, Tierpflege-Praktikantin beim Zoo. Jedoch würden nicht alle Tiere die Aufzucht von Hand überleben.

Um die Überlebensrate der Tiere zu erhöhen, verbringen sie die ersten Wochen fern von Zoobesuchern – so auch Rantanplan: «Diese Zeit ist überlebenswichtig, aus diesem Grund setzen wir die Tiere so wenig Stress wie möglich aus», sagt Bärtschi. Erst wenn sich die Jungen gut entwickelt hätten, würden sie dann in die Zooanlage zu den anderen Tieren gebracht – wo sie schliesslich auch von den Besucherinnen und Besuchern bestaunt werden könnten. Kleinere Wildtiere wie Vögel, Igel oder Fledermäuse würden möglichst ausgewildert.

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