Thalwil ZH: Steinwurf gegen Kopf nicht erwiesen
Aktualisiert

Thalwil ZHSteinwurf gegen Kopf nicht erwiesen

Laut Anklage hat ein Lagermitarbeiter aus Thalwil im Streit um eine Frau einen Gegner mit einem Steinwurf gegen den Kopf erheblich verletzt. Nicht zu beweisen, befand nun das Bezirksgericht Zürich.

von
Attila Szenogrady

Der Vorwurf ging auf den 20. April 2009 zurück. Damals besuchte der aus Schwarzafrika stammende Lagermitarbeiter aus Thalwil ein Fest in Zürich. Um 23 Uhr begab er sich auf den Heimweg und wartete am Bahnhof Wiedikon auf den nächsten Zug nach Thalwil. Fest steht, dass plötzlich ein ihm verhasster Bekannter auftauchte. Die beiden Männer hatten sich zuvor wegen einer Frauengeschichte massiv zerstritten.

Laut Anklage ein gefährlicher Steinwurf

Ueber die nachfolgenden Ereignisse gibt es heute zwei Versionen. Die erste davon lieferte die Staatsanwaltschaft. Demnach rastete der Thalwiler aus und schrie: «Ich bin auf der Suche nach dir, heute ist dein letzter Tag!» Danach griff er bei den Geleisen nach einigen Schottersteinen und warf diese gegen seinen Kontrahenten. Einer der Brocken traf den Geschädigten am Kopf. Er brach bewusstlos zusammen, kam jedoch bald wieder zu sich. Zu seinem Glück, da sich der Thalwiler bereits mit einem Messer näherte und zwei Mal in die Richtung des benommenen Opfers hieb. Dieses konnte trotz seiner Hirnerschütterung noch wegrennen, liess aber seine Jacke samt Portemonnaie zurück. Worauf der Beschuldigte das Kleidungsstück mitnahm, um es am nächsten Tag der Polizei abzuliefern.

Zwei Versionen

Die zweite Version erzählte am Mittwoch der Angeschuldigte am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Zürich. Demnach sei er vom viel kräftigeren Geschädigten angegriffen und mit dem Tode bedroht worden, wehrte er sich. Von Steinen oder einem Messer wisse er aber nichts. Den Strafantrag von 90 Tagessätzen zu 90 Franken bedingt sowie1000 Franken Busse wies er empört zurück. Ebenso die finanziellen Forderungen des angeblichen Opfers.

Der Angeklagte hatte zum Schluss Glück und wurde von den Hauptvorwürfen der Körperverletzung sowie Drohung freigesprochen. In erster Linie wegen unterschiedlichen Aussagen, den der Geschädigte während der Untersuchung zu Protokoll gegeben hatte. «Der Ablauf der Ereignisse der Anklage kann so nicht stimmen», führte der Einzelrichter aus. Das Opfer habe sich sogar zum Motiv für den Streit ausgeschwiegen.

Ganz ungeschoren kam der 45-jährige Thalwiler Lagermitarbeiter aber nicht davon. Weil er bekifft mit seinem Auto herum gefahren war, kassierte er neben einer bedingten Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu 90 Franken eine Busse von 500 Franken. Zudem muss er eine Viertel der Gerichtskosten tragen.

Deine Meinung