Aktualisiert 29.06.2005 21:11

«Stelle ist für eine ungeübte Schwimmerin zu gefährlich»

Zu gefährlich, zu wenig gesichert: Nachdem gestern zum zweiten Mal ein Kind im Greifensee ertrunken ist, werden Vorwürfe laut.

Der Schock im Fällander Schulhaus Lätten sitzt tief. Am Dienstag ist während des ausgelassenen Nachmittags am Greifensee eine 11-jährige Schülerin ertrunken. R.Z., dessen Sohn im Lätten zur Schule geht, weiss: «Die Kinder tobten bei der Badestelle Rohr auf einem aufblasbaren Krokodil herum.» Plötzlich habe die Lehrerin bemerkt, dass das Mädchen fehle. Sie alarmierte die Polizei. Die Rega wurden aufgeboten, zwei Stunden später dann auch die Seepolizei Uster. Um 18 Uhr konnte das aus Mazedonien stammende Mädchen nur noch tot geborgen werden. Seine Klassen-gspändli wurden gestern von drei Schulpsychologen betreut. «Nicht alle verkraften den Unfall gut», sagt Bruno Loher, Mediensprecher der Schule.

Das Mädchen ist erst vor anderthalb Jahren mit seiner Familie in die Schweiz eingewandert. Im Gegensatz zu seinen Schulfreunden besuchte es nicht seit der ersten Klasse den Schwimmunterricht. «Für eine ungeübte Schwimmerin ist die Badestelle viel zu gefährlich», findet ein Seeanstösser. Nach einigen Metern leichter Absenkung falle der Seeboden jäh ab. Auch Mike Rufer von der Seepolizei Uster bemängelt: «Dort gehört eigentlich eine Warntafel hin.» Unverständlich sei zudem, dass der lokale Rettungsdienst so spät alarmiert worden sei.

Alexandra Roder

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.