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Stephanies Peiniger ist «seelisch schwer abartig»

Der Gutachter im Fall Stephanie geht nach «Focus»-Informationen von einer «anhaltenden Gefährlichkeit» des Angeklagten Mario M. aus.

Der Berliner Psychiatrie-Professor Hans-Ludwig Kröber sehe alle Voraussetzungen erfüllt, dass er nach der Haft in Sicherungsverwahrung komme, berichtete das Nachrichtenmagazin am Samstag vorab unter Berufung auf das vorläufige forensisch-psychiatrische Gutachten.

Demnach seien gleichartige Straftaten mit hoher Wahrscheinlichkeit von Mario M. zu erwarten. Es sei zu befürchten, dass er auch künftig versuchen werde, Macht- und Unterwerfungsverhältnisse wie im Fall von Stephanie aufzubauen. M. sei weiterhin bereit, Konflikte mit Gewalt zu lösen. Hirnorganisch sei der 36-Jährige völlig gesund, heisst es laut «Focus» weiter. Jedoch liege eine Persönlichkeitsstörung mit schizoiden und paranoiden Zügen vor, was als «schwere seelische Abartigkeit» zu werten sei.

Eine verminderte Schuldfähigkeit sehe der Gutachter nicht bei Mario M. Er habe sich bewusst über alle Regeln und Normen hinweggesetzt und die Folgen seiner Tat billigend in Kauf genommen. Eine Sicherungsverwahrung abwenden könne er nur, indem er im Gefängnis die Möglichkeiten der Sozialtherapie «intensiv und konstruktiv» nutze, berichtete das Blatt über das Gutachten.

Im Gefängnis von Bautzen, wo er von 1999 bis 2002 wegen Vergewaltigung einer 14-Jährigen einsass, habe man Mario M. für «latent suizidgefährdet» eingeschätzt. Er unternahm nach Informationen des «Focus» mehrere Selbstmordversuche. Den Entschluss, ein Mädchen in seine Gewalt zu bringen, habe M. bereits in Bautzen gefasst aus Angst vor dem Alleinsein nach seiner Entlassung. Letzter Auslöser für die Entführung Stephanies sei eine Fernsehserie gewesen, die von einer gescheiterten Teenagerliebe handelte. (dapd)

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