Sterbe-Stopp nun auch in Maur
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Sterbe-Stopp nun auch in Maur

Auch in der Gemeinde Maur darf der Verein Dignitas bis auf weiteres keine Freitod-Begleitung mehr vornehmen. Die Gemeinde eine Verfügung und entzog vorsorglich einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung.

Vereinsgründer und Geschäftsführer Ludwig A. Minelli hatte in seiner eigenen Wohnung in Maur eine Person in den Freitod begleitet, nachdem die Zürichsee-Gemeinde Stäfa am 26. September auf Druck der Nachbarschaft hin die Dignitas-Wohnung geschlossen und versiegelt hatte (20minuten.ch berichtete).

Noch am Donnerstagnachmittag habe die Gemeinde Maur die Verfügung zugestellt, wonach der Verein ein Gesuch für eine Nutzungsänderung von Minellis Wohnung einreichen müsse, bestätigte Gemeindeschreiber Markus Gossweiler am Freitag Medienberichte.

Einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung habe man vorsorglich die aufschiebende Wirkung entzogen. Die Nutzung der Wohnräume für Sterbebegleitungen sei demnach per sofort unter Strafandrohung verboten. Minelli hat laut Gossweiler den Gemeindeentscheid umgehend bei der Baurekurskommission angefochten.

Der Verein Dignitas macht mit seinen Sterbebeleitungen seit langem Schlagzeilen. Er bietet im Gegensatz zur Sterbehilfeorganisation Exit auch Menschen, die im Ausland leben, Hilfe zum Suizid an.

Da dies in deren Ländern verboten ist, kann die Begleitung nicht in ihren eigenen Wohnungen erfolgen. Die Patienten reisen deshalb zum Sterben in die Schweiz. In der Nachbarschaft der jeweiligen Sterbewohnungen kommt es aber regelmässig zu Widerstand. So musste Minelli wegen Kündigung auch die Sterbewohnung in der Stadt Zürich aufgeben. (sda)

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