Aktualisiert 01.11.2012 13:07

In den Niederlanden

Sterbehelfer machen nun auch Hausbesuche

Die niederländische «Lebensende-Klinik», die im März eröffnet wurde, setzt jetzt 15 mobile Teams aus Arzt und Pflegepersonal ein. Sie leisten im ganzen Land aktive Sterbehilfe.

Die erste niederländische Sterbehilfeklinik leistet nun auch mit 15 mobilen Teams aus Arzt und Pflegepersonal landesweit aktive Sterbehilfe. Das teilte die Niederländische Vereinigung für ein Freiwilliges Lebensende (NVVE) am Donnerstag in Den Haag mit.

Die «Lebensende-Klinik» war im März eröffnet worden. Die erste Krankenversicherung kündigte unterdessen auf einem Sterbehilfe- Kongress an, die Behandlungskosten zu erstatten.

Bisher hatten sich über 450 Patienten mit einem Todeswunsch bei der «Lebensende-Klinik» angemeldet, jeder zweite hatte den Angaben zufolge ein psychisches Leiden. In 21 Fällen wurde aktive Sterbehilfe geleistet. Die NVVE hatte die Klinik eingerichtet, da Ärzte etwa ein Drittel der Bitten um Sterbehilfe nicht erfüllen.

Aktive Sterbehilfe ist in den Niederlanden unter bestimmten Bedingungen nicht strafbar. So muss ein Patient aussichtslos krank sein, unerträglich leiden und selbst den Wunsch geäussert haben sterben zu wollen. Jeder Fall muss gemeldet werden. Im vergangenen Jahr starben 3695 Menschen durch aktive Sterbehilfe eines Arztes. (sda)

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