Aktualisiert 02.09.2019 13:09

KlimawandelSterben Älplermagronen und Schoggimousse aus?

Die Umweltallianz rechnet damit, dass der Klimawandel Menü-Klassiker verändern wird. Zwei Köche haben Gerichte der Zukunft kreiert.

von
bz
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Hirse und Sojamehl ersetzen Weizenpasta, Süsskartoffeln Kartoffeln, eine Baumnuss-Sauce ersetzt den Rahm und anstatt Speck gibt es Austernpilze.

Hirse und Sojamehl ersetzen Weizenpasta, Süsskartoffeln Kartoffeln, eine Baumnuss-Sauce ersetzt den Rahm und anstatt Speck gibt es Austernpilze.

Älplermagronen bereitet man üblicherweise mit Pasta und Rahm zu.

Älplermagronen bereitet man üblicherweise mit Pasta und Rahm zu.

Sumnersgraphicsinc
Die weltweiten Erträge von Weizen, Reis und Mais werden wegen der Klimaerwärmung laut der Umweltallianz abnehmen. Bei Weizen erwarten die Wissenschaftler des Weltklimarats IPCC für 2050 einen Ertragsverlust von minus 4 bis minus 13 Prozent. Der Ertrag nimmt in der Schweiz um rund 10 Prozent zu, aber gleichzeitig sinkt der Proteingehalt des Getreides.

Die weltweiten Erträge von Weizen, Reis und Mais werden wegen der Klimaerwärmung laut der Umweltallianz abnehmen. Bei Weizen erwarten die Wissenschaftler des Weltklimarats IPCC für 2050 einen Ertragsverlust von minus 4 bis minus 13 Prozent. Der Ertrag nimmt in der Schweiz um rund 10 Prozent zu, aber gleichzeitig sinkt der Proteingehalt des Getreides.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Die klassischen Zutaten für beliebte Speisen wie Älplermagronen oder Schoggimousse könnten künftig komplett wegfallen. Die Umweltallianz rechnet damit, dass der Klimawandel auch auf unseren Tellern Spuren hinterlässt.

Vor Augen führen soll dies die Aktion «All you can't eat». Die beiden Spitzenköche Markus Burkhard und Julien Pansier haben dafür die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Nahrungsmittelproduktion in Gerichte übersetzt.

Süsskartoffeln statt Kartoffeln

Als Grundlage galten drei Kulinarik-Klassiker der Deutschschweiz (Nüsslisalat mit Speck und Ei, Älplermagronen mit Apfelmus und Schoggimousse) und drei der Westschweiz (Rindstartar, Forelle mit Rösti und grillierter Zucchetti, Sauce: Beurre blanc au citron noir, Île flottante).

Zusammen mit Adrian Müller, Experte für Klimawandel und Landwirtschaft des Forschungsinstituts für biologischen Landbau, hat die Umweltallianz zudem verschiedene Nahrungsmittel zusammengestellt, deren Erträge sich aufgrund des Klimawandels künftig verändern werden. Als Basis dienten Modellrechnungen und statistische Erkenntnisse. In der Bildstrecke sehen Sie, welche Produkte der heutigen Mahlzeiten wegfallen könnten und mit welchen Nahrungsmitteln diese künftig ersetzt werden könnten.

«Es ist klar, dass man diese Gerichte auch in Zukunft noch original wird kochen können – aber es wird schwieriger und herausfordernder, dies zu tun», schreibt die Umweltallianz. Augenscheinlich mache dies das Beispiel der Kartoffel. Werde deren Anbau mit zunehmendem Klimawandel schwierig, werde es vielleicht möglich, Süsskartoffeln anzubauen.

Hier sehen Sie, wie Markus Burkhard den Ersatz für Älplermagronen zubereitet:

Sterben Älplermagronen und Schoggimousse aus?

Die Umweltallianz rechnet damit, dass der Klimawandel Menü-Klassiker verändern wird. Zwei Köche haben Gerichte der Zukunft kreiert.
(Video: Umweltallianz)

Umweltfreundliche Politiker

Die Umweltallianz wertete die 54 wichtigsten Umweltabstimmungen im Nationalrat der letzten vier Jahre aus. Laut diesem stehen Grüne, SP, EVP und GLP auf der Seite der Umwelt, die BDP zu rund zwei Dritteln und die CVP zur Hälfte. FDP und SVP stimmten hingegen meist gegen Umweltanliegen.

Bei der CVP liegt die Umweltfreundlichkeit ihrer Nationalrätinnen und Nationalräte zwischen 33,3 und 70,4 Prozent, bei der FDP zwischen 3,7 und 41,7 Prozent. Bei den Grünen, der SP, GLP und EVP unterstützen all ihre Vertreter Umweltanliegen praktisch durchwegs. Die BDP und die CVP stimmten im Schnitt etwa zu zwei Dritteln respektive zur Hälfte im Sinne der Umwelt. Die FDP sprach sich in fast vier Fünfteln der Abstimmungen gegen die Anliegen des Umweltschutzes aus. Bei der SVP ist dies in mehr als 19 von 20 Fällen Abstimmungen der Fall.

Das Umweltrating solle den Wählern im Vorfeld der Eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober zeigen, welche Parteien und Kandidaten sich tatsächlich für Umweltanliegen einsetzten. Mit den Wahlen stünden die Schweizer Klimaschutzpolitik, die Ökologisierung der Landwirtschaft und der Schutz der Biodiversität auf dem Spiel, hält die Allianz weiter fest.

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