19.10.2020 11:32

Stanford-StudieSterblichkeitsrate beim Coronavirus liegt viel tiefer als bislang angenommen

Wie tödlich ist das Coronavirus? Laut Forschern der Stanford Universität soll die Sterblichkeitsrate von an Corona erkrankten Personen viel tiefer sein als Wissenschaftler bislang angenommen hatten. Die Studie ist aber nicht für alle Regionen der Welt repräsentativ.

von
Bianca Lüthy
Fee Anabelle Riebeling
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Das Coronavirus hat eine durchschnittliche Mortalitätsrate von 0,23 Prozent. 

Das Coronavirus hat eine durchschnittliche Mortalitätsrate von 0,23 Prozent.

keystone-sda.ch
Das hat eine Studie ergeben, die Daten von 61 Studien aus 51 Städten weltweit analysiert hat. 

Das hat eine Studie ergeben, die Daten von 61 Studien aus 51 Städten weltweit analysiert hat.

KEYSTONE
Bei Patienten unter 70 Jahren ist die Sterblichkeitsrate bei 0,05 Prozent. 

Bei Patienten unter 70 Jahren ist die Sterblichkeitsrate bei 0,05 Prozent.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Eine neue Studie hat die Sterblichkeitsrate bei Corona-Patienten untersucht.

  • Die Sterblichkeitsrate liegt demnach viel tiefer als bislang angenommen.

  • Bei Patienten unter 70 Jahren beträgt die Mortalitätsrate 0,05 Prozent.

Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Nun hat die amerikanische Elite-Universität Stanford eine neue Studie zur Sterblichkeit veröffentlicht. In der Mitte Oktober veröffentlichten Studie heisst es, die durchschnittliche Sterberate bei mit Corona infizierten Personen in 51 Städten weltweit betrage 0,23 Prozent.

Die Daten wurden anhand von 61 Studien zum Coronavirus erhoben und stellen eine Zusammenfassung der wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnisse zu Covid-19 dar. Dabei wurde auch ausgewertet, wie viele Patienten bereits Antikörper gegen das Virus entwickelt haben. Anhand dieser Daten konnten die Autoren der Studie die Sterblichkeitsrate eruieren. Bei Patienten unter 70 Jahren liegt die Sterblichkeitsrate lediglich bei 0,05 Prozent.

WHO stützt sich auf Ergebnisse der Studie

Laut Ioannidis scheint das Virus also weitaus weniger tödlich zu sein, als bislang angenommen. Grund zum Schleifenlassen der Massnahmen sei das aber nicht, denn: «Die Sterblichkeit von Covid-19 kann erheblich variieren», wie Studienautor John P. A. Ionnidis schreibt. So ist sie etwa in Entwicklungsländern mit mangelnder medizinischer Infrastruktur höher als in westlichen Industrieländern. Auch die demographische Struktur eines Landes spielt hinsichtlich Sterblichkeit eine Rolle.

Entsprechend sei das Ergebnis nicht für alle Regionen der Welt repräsentativ, hält der Forscher fest. Aufgrund der Erkenntnisse empfiehlt Ionnidis, dass hauptsächlich Risikogruppen isoliert werden sollten.

Eine valides Ergebnis bietet die Studie aber dennoch, so hat auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ergebnis in einem Bulletin veröffentlicht. Auch die Breite der Untersuchung spricht für die Zuverlässigkeit der erhobenen Daten und ihren Ergebnissen betreffend der Sterblichkeitsrate bei einer Infektion mit dem Coronavirus.

Nicht nur auf die Sterblichkeit schauen

Doch auch wenn das Risiko, infolge einer Infektion mit dem Coronavirus zu sterben, deutlich geringer ist als zu Beginn der Pandemie angenommen, sollte man Sars-CoV-2 nicht auf die leichte Schulter nehmen, warnen Mediziner. Denn auch Langzeitschäden wie Gehörverlust, Beeinträchtigungen der Lungenfunktion, das sogenannte Covid-Hirn, Herzprobleme oder über Monate andauernde Müdig- und Antriebslosigkeit können das Leben stark einschränken.

Ob diese Folgeerscheinungen bestehen bleiben oder sich irgendwann wieder zurückbilden, kann derzeit noch niemand abschätzen. Dafür ist die Krankheit noch zu jung.

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489 Kommentare
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Aluhut

19.10.2020, 15:32

Aha,was die "Skeptiker" schon lange sagen,stimmt plötzlich.

Alzheimer

19.10.2020, 15:31

Eine Frage: Wie komm ich sitzend in ein Restaurant Herr Berset? Es geht nur im stehen.

Bleibt mal realistisch und fair

19.10.2020, 15:30

Wieso muss wieder pauschlisiert werden mit Langzeitschäden? Wieso schreibt man hier im Text, dass Langzeitschäden wie Gehörtverlust dazu gehören? Nur nochmals zur Info, der Britte der den Gehörverlust erlitte, war und ist der einzige Fall! Der bekam über Wochen einen Medikamenten Cocktail und erlitt deswegen diese Nebenwirkungen. Würde man wohl noch weitere Fakten raussuchen, würde man mehr Märchen finden.