Steroide bis zum Umfallen: Ein Kraftsportler packt aus
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Steroide bis zum Umfallen: Ein Kraftsportler packt aus

Ronnie Eberhard (31) nahm Steroide bis zur Lebensgefahr. Nun veröffentlicht er seine Lebensgeschichte im Internet und warnt vor den gefährlichen Substanzen.

«Ich wollte immer noch mehr Muskeln und noch mehr Kraft haben», sagt Ronnie Eberhart. Der heute 31-jährige Bankdrücker aus Rorschach fing 1998 an, anabole Steroide zu nehmen. «Meine Gegner an den Wettkämpfen hatten andere Figuren und mehr Kraft, das wollte ich auch», so Eberhart. Am Anfang sei es schwierig gewesen, an die verbotenen Substanzen zu kommen. Je länger er in den Kraftsportkreisen verkehrte, desto einfacher wurde es. « Man tauscht sich untereinander über Substanzen und Lieferanten aus», so Eberhart.

Mit Hilfe unzähliger Chemikalien wurde er zweimal Bankdrück-Schweizermeister und Fünfter an einer Weltmeisterschaft. Doch die Substanzen machten ihn aggressiv und nervös. Nach sechs Jahren hatte er einen Nervenzusammenbruch und musste in die Klinik. Und: Seine Leber war kurz vor dem Kollaps. Wenn er weiter Steroide nehme, werde er bald sterben, sagte sein Arzt.

Heute distanziert sich Eberhart vom Doping und will mit seiner im Internet veröffentlichten Lebensgeschichte andere auf den richtigen Weg bringen. Er trainiert weiter – «aber nur noch natürlich», sagt er.

(ann)

Verbotene Pillen weit verbreitet

Laut Ronnie Eberhart schlucken in Fitnesscentern viel mehr Besucher verbotene Pillen, als man denkt. Viele seien «Badibuilder» – also Leute, die auf die Sommersaison hin trainierten. Andere versuchten damit abzunehmen. «Was sie damit anrichten, ist den wenigsten bewusst», so Eberhart. Viele der Substanzen stammten aus der Schweiz, sagt er. Die Mittel kosten bis zu 4500 Franken pro achtwöchige «Kur».

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