Steuer auf Alcopops: Noch merkt niemand etwas davon
Aktualisiert

Steuer auf Alcopops: Noch merkt niemand etwas davon

Die Alcopop-Steuer ist für die Konsumenten vorläufig noch kein Thema. Zwar ist sie am 1. Februar in Kraft getreten, die Lieferanten haben aber vorgesorgt und bereits im Januar genügend Alcopops importiert.

So wurden im ganzen letzten Jahr 25 Millionen Fläschchen importiert, allein im Januar waren es 9 Millionen, wie Lucien Erard, Direktor der Eidg. Alkoholverwaltung (EAV), am Dienstag auf Anfrage sagte.

Die Preise für die alkoholhaltigen Limonaden sind denn auch immer noch gleich wie vor dem 1. Februar. So hat etwa die Bon- Appétit- Group für die nächsten Wochen noch genügend Alcopops an Lager, wie Bon-Appétit-Pressesprecherin Claudia Bürgler bestätigte. Nachher werde die Steuer aber vollumfänglich auf die Kunden abgewälzt.

Auch im Zürcher Ausgangslokal X-TRA ist die Steuer momentan noch kein Thema. «Unser Lieferant garantiert bis Ende Mai die gleichen Preise», sagte Geschäftsführer Jürg Burkhardt auf Anfrage.

Selber Getränke mischen

Wieviel sie nachher aufschlagen, sei noch nicht klar. Eine Entscheidung sei nicht gefallen, die Verhandlungen mit dem Lieferanten noch am Laufen. Offen sei, ob man nachher vielleicht auch wieder selber die Getränke mischen werde.

Auch der Verband für Hotellerie und Restauration, GastroSuisse, sieht die Möglichkeit, dass Konsumenten in Zukunft die Produkte einzeln kaufen und diese nachher mischen.

Laut GastroSuisse-Pressesprecherin Brigitte Meier werden im Gastgewerbe aber nur wenige Alcopops verkauft. Alcopops seien Produkte, die rasch aufkommen, aber auch rasch wieder vom Markt verschwinden, sagte GastroSuisse-Sprecherin Meier.

Die Steuer auf alkoholhaltigen Süssgetränke wie Alcopops ist viermal höher als jene für Spirituosen. Sie beträgt 1.80 Franken für ein Alcopop-Fläschchen von 2,75 dl mit einem Alkoholgehalt von 5,6 Volumenprozent.

Steuer aus Jugendschutzgründen

Diese Steuererhöhung wurde aus Gründen des Jugendschutzes beschlossen, zumal Alcopops unter Jugendlichen zum eigentlichen Renner geworden sind. In Frankreich zeigte eine ähnliche Steuererhöhung Wirkung, da sie praktisch zum Zusammenbruch des Alcopop-Marktes führte.

Der Alcopop-Markt in der Schweiz ist bereits im letzten Jahr zurückgegangen. Nachdem 40 Millionen Fläschchen im Jahre 2002 umgesetzt wurden, waren es im letzten Jahr 15 Millionen weniger. Laut EAV-Direktor Erard haben im letzten Jahr viele Organisatoren die Alcopops aus dem Sortiment genommen.

Auch im Berner Bierhübeli gibt es keine Alcopops mehr. Seit November hat das Konzertlokal einen neuen Geschäftsführer und führt seither keine Alcopops mehr im Sortiment, wie das Bierhübeli auf Anfrage erklärte.

(sda)

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