09.04.2020 16:14

Toggenburg SG

Steuerbehörde spionierte via Google Maps

Während ein Mann bis nach Spanien fliegt, schätzt das Steueramt des Kantons St. Gallen mittels Google Maps den Wert seines Ferienhauses. Er findet das verdächtig.

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«Als meine Mutter vor vier Jahren starb, wollte mein Vater das Ferienhaus in Spanien nicht mehr», sagt ein Leser-Reporter aus Toggenburg SG zur «Toggenburger Zeitung». Als er das Ferienhaus übernommen hatte, musste er für die Steuererklärung den Wert des Hauses angeben.

«Als meine Mutter vor vier Jahren starb, wollte mein Vater das Ferienhaus in Spanien nicht mehr», sagt ein Leser-Reporter aus Toggenburg SG zur «Toggenburger Zeitung». Als er das Ferienhaus übernommen hatte, musste er für die Steuererklärung den Wert des Hauses angeben.

Keystone/Gaetan Bally
Nun habe das Steueramt des Kanton St. Gallen den Leser-Reporter kontaktieren müssen, da er in der Steuererklärung einen zu tiefen Wert für das Ferienhaus im Ausland deklariert habe.

Nun habe das Steueramt des Kanton St. Gallen den Leser-Reporter kontaktieren müssen, da er in der Steuererklärung einen zu tiefen Wert für das Ferienhaus im Ausland deklariert habe.

Keystone/Ennio Leanza
Zum Zeitpunkt der Übernahme des Ferienhauses erfuhr der Leser-Reporter, dass das Haus nicht im Grundbuch der spanischen Behörden vermerkt worden war. «Um das Haus anzumelden und schätzen zu lassen, reiste ich nach Spanien», sagt der Leser-Reporter. Der Wert des Hauses betrage rund 120'000 Euro.

Zum Zeitpunkt der Übernahme des Ferienhauses erfuhr der Leser-Reporter, dass das Haus nicht im Grundbuch der spanischen Behörden vermerkt worden war. «Um das Haus anzumelden und schätzen zu lassen, reiste ich nach Spanien», sagt der Leser-Reporter. Der Wert des Hauses betrage rund 120'000 Euro.

Keystone/Gaetan Bally

«Als meine Mutter vor vier Jahren starb, wollte mein Vater das Ferienhaus in Spanien nicht mehr», sagt ein Leser-Reporter aus Toggenburg SG zur Toggenburger Zeitung. Als er das Ferienhaus als Erbe übernahm, musste er für die Steuererklärung den Wert des Hauses angeben.

Zum Zeitpunkt der Übernahme des Ferienhauses war dieses jedoch nicht im Grundbuch der spanischen Behörden vermerkt. «Um das Haus anzumelden und schätzen zu lassen, reiste ich nach Spanien», sagt der Leser-Reporter. Vor Ort wurde das Haus von Spezialisten begutachtet und auf einen Wert von rund 120'000 Euros geschätzt.

Dann habe sich aber das Steueramt des Kanton St. Gallen gemeldet. Für diese ist klar: Der in der Steuererklärung angegebene Betrag sei zu tief, der Wert des Ferienhauses schätzt die Schweizer Behörde höher ein. «Der Beamte des Steueramtes sagte mir, dass er sich das Haus auf Google Maps angesehen habe», sagt er. Da das Haus gross sei und ebenfalls ein Schwimmbad auf dem Grundstück habe, schätzte der Beamte den Wert auf 300'000 bis 350'000 Euro.

Dieses Vorgehen findet der Leser-Reporter fragwürdig – dass der Kanton nur kurz auf Google Maps spioniert hatte, während er für die Schätzung extra nach Spanien flog, findet er ärgerlich.

Fragwürdiges Vorgehen

Auf Anfrage der «Toggenburger Zeitung» bestätigt das Steueramt des Kantons St. Gallen, dass Hilfsmittel wie Google Maps für Recherchen benutzt werden. Da für die hiesigen Steuern zudem sanktgallische Normen angewendet werden, seien Abweichungen zur Schätzungen der Behörden im Ausland möglich.

Schliesslich einigten sich das Steueramt und der Leser-Reporter auf einen Wert von 170'000 Franken.

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