Gewissensbisse?: Steuersünder zahlen nun Millionen
Aktualisiert

Gewissensbisse?Steuersünder zahlen nun Millionen

Gegen 700 Personen haben
sich 2011 in der Zentralschweiz wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt. Die Nachsteuern spülen den Kantonen nun mehrere Millionen in die Kassen.

von
Daniela Gigor

«136 Steuerpflichtige haben sich letztes Jahr wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt», sagt Meinrad Betschart, Leiter Nachsteuern und Steuerstrafen im Kanton Schwyz. Dies dürfte die Steuersünder geschätzte 3,4 Millionen Franken Nachsteuern kosten. 2011 kamen im Kanton Schwyz auch vermehrt Schwarzgelder ans Tageslicht, die in aus­ländischen Steueroasen in Stiftungen oder Gesellschaften investiert waren.

Die Selbstanzeigen beruhen auf einer 2010 eingeführten Bundesregelung, die jedem Steuerpflichtigen erlaubt, sich einmal in seinem Leben wegen Steuerhinterziehung anzuzeigen, ohne gebüsst zu werden. Obwohl sich die Steuersünder aus unterschiedlichen Gründen selbst anzeigen, nennt Betschart zwei Beispiele: «Einerseits wollen ältere Menschen damit ihr Gewissen erleichtern, andererseits wollen manche ihr Schwarzgeld beispielsweise für den Kauf einer Liegenschaft verwenden.»

Wie eine Umfrage von 20 Minuten bei allen kantonalen Steuerämtern ergeben hat, haben sich letztes Jahr in der Zentralschweiz insgesamt fast 700 Personen selbst als Steuerhinterzieher angezeigt.

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