Aktualisiert 18.12.2008 11:54

Düstere ZukunftsprognosenSteuert Microsoft auf eine Krise zu?

Die Marktanteile von Microsoft sind bei Windows wie auch beim Internet Explorer am Sinken - und vom Vista-Nachfolger Windows 7 erwarten IT-Experten auch nicht das Gelbe vom Ei. Wird der Marktleader bald vom Thron gestossen?

Das US-Magazin ComputerWorld stellt dem Software-Giganten Microsoft eine düstere Prognose. Für den Redaktor Steven J. Vaughan-Nichols ist klar, dass Microsoft auf eine Krise zusteuert. In seinem Artikel zeigt er Parallelen zur serbelnden US-Autoindustrie auf: «Auf drei Dinge konnte man zählen: den Tod, die Steuern und Microsoft. Doch die Dinge haben sich geändert. Erstmals fiel der Windows-Marktanteil unter 90 Prozent. Klingt nicht schlimm? Das Gleiche dachten sich auch General Motors, Ford und Chrysler Anfang der 90er-Jahre, als Toyota und Honda begannen kleine Marktanteile in den USA für sich zu erobern.»

Linux auf dem Vormarsch

Auf dem Markt der Betriebssysteme sieht Vaughan-Nichols gerade für das Open-Source-Betriebssystem Linux gute Chancen. Zwar liegt der Marktanteil laut einer aktuellen Net-Applications-Studie gerade mal bei einem Prozent, doch verhilft der boomende Netbook-Markt dem Gratis-Betriebssystem zu grosser Verbreitung. So liefern grosse Hersteller wie Asus, Dell oder Lenovo ihre Geräte der Mini-Klasse mit Linux drauf aus – ist billiger und läuft runder. Denn Windows Vista machte sich einen schlechten Ruf als Ressourcenfresser und eignet sich für die kleinen Netbooks nicht.

Browser wird immer wichtiger

Auch Microsofts Webbrowser Internet Explorer (IE) läuft auf immer weniger Kisten. Der Marktanteil des IE ist gar auf unter siebzig Prozent gefallen. Davon profitiert haben in erster Linie Browser wie Firefox, Safari und Chrome. Weil der Trend Richtung Cloud Computing (Programme laufen direkt im Browser und müssen nicht mehr auf dem Rechner installiert werden) geht und der Browser dadurch eine immer wichtiger werdende Position einnimmt, sieht Vaughan-Nichols für Microsoft mit dem IE diesbezüglich schwarz: «Hat Microsoft verloren? Ich denke ja», schreibt er in seinem Artikel.

Schlechte Noten für Vista

Microsofts neustes Betriebssystem Windows Vista stiess bei den Usern von Anfang an auf wenig Akzeptanz und kratzte damit gehörig am Ruf des Unternehmens (20 Minuten Online berichtete). Vaughan-Nichols schreibt dazu: «Nach jahrelanger Planung kam ein Betriebssystem auf den Markt, das ich und viele andere auch als ein schreckliches Betriebssystem beschreiben würden.» Auch für den angekündigten Vista-Nachfolger Windows 7 findet der IT-Journalist keine guten Worte: «Unter der Oberfläche und hinter dem Hype ist es nur ein aufgewärmtes Vista. Das wird nicht reichen. Microsoft ist zur Nachricht von gestern geworden.»

(mbu)

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