Aktualisiert 15.04.2010 15:16

«Hau ab und f... dich selbst»

Steve Jobs provoziert Entwickler

Apple treibt mit angepassten Lizenz-Bestimmungen nicht nur den Software-Hersteller Adobe zur Weissglut, sondern auch App-Entwickler. Während die einen ihrem Zorn im Web freien Lauf lassen, haben die anderen bereits das OS 4.0 geknackt.

von
mbu
Apple-CEO Steve Jobs bei der Präsentation des iPads.

Apple-CEO Steve Jobs bei der Präsentation des iPads.

Der Softwarehersteller Adobe und Apple liegen sich seit Monaten in den Haaren. Weder auf dem iPhone, dem iPod touch noch auf dem iPad wird Adobes Animationssoftware Flash unterstützt. Damit kann das im Internet am stärksten verbreitete Videoformat nicht genutzt werden. Ende Januar fluchte Steve Jobs bei einem Mitarbeiter-Treffen auf dem Apple-Campus, dass das Flash-Plugin voller Fehler sei und er an die Zukunft von HTML 5 glaube. In Tat und Wahrheit dürfte Apple aber kein Interesse daran haben, dass Entwickler eigene Flash-Applikationen schreiben, da sie den Programmen aus den App Store gefährlich werden könnten und die User nicht mehr auf den App Store angewiesen wären (20 Minuten Online berichtete). Adobe-Mitarbeiter reagierten darauf in mehreren Blogeinträgen mit geharnischten Beiträgen.

«Stop The Madness Steve Jobs!»

Wie 20 Minuten Online berichtete hat Apple die Lizenbedingungen für die Entwickler angepasst. Damit haben sie den Zorn von Adobes Führungsetage noch stärker auf sich gezogen. iPhone-Apps dürfen ausschliesslich in den von Apple abgesegneten Programmiersprachen (Objective-C, C, C++ oder JavaScript)entwickelt werden. Adobes Hintertürchen mit dem Flash-Compiler, mit dessen Hilfe Flash-Programme für das iPhone zur Verfügung gestellt werden können, wurde damit abrupt zugeschlagen, Konvertierungs-Tools werden nicht geduldet. Adobes Flash-Guru Lee Brimelow findet für diese Entscheidung in seinem Blog deutliche Worte: «Ich werde keine Cent mehr für Apple-produkte ausgeben, bis es nicht einen Wechsel in der Führungsetage gibt.» Seine Eintrag schliesst er mit den Worten: «Go screw yourself Apple.» Die Kommentar-Funktion hat er vorsorglich ausgeschaltet, schliesslich wolle er nichts von den Spam-Bots aus Cupertino hören. Dabei ist Adobe die volle Unterstützung eines gewissen Jack Freeman sicher. Der ehemalige Entwickler schaltete den Blog stopthemadnessstevejobs.com auf. Er outet sich als ehemaliger Fan von Steve Jobs, der ihm inzwischen aber den Rücken gekehrt hat und ihn direkt fragt: «Bist du verrückt geworden Steve?»

Alles schon geknackt

Eines der grössten Mankos des iPhones ist die fehlende Unterstützung des Multitaskings. Diesbezüglich ist jedoch Besserung in Sicht, mit dem angekündigten Firmware-Update auf OS 4.O wird das Apple-Handy in der Lage sein, auch mehrere Programme von Drittentwicklern gleichzeitig auszuführen (20 Minuten Online berichtete). Das iPhone 3G und sein Vorgängermodell unterstützen die Funktion allerdings trotz Update nicht. Ein gewisser cdevwill will nun einen Weg gefunden haben, das Multitasking-Feature auch älteren Modellen beizubringen. Dazu müsse lediglich in der Datei N82AP.plist der Wert «Multitasking» von «False» auf «True» gesetzt werden, schreiben die Blogger von iphone-news.org.

Dem Hacker und Dev-Team-Mitglied «MuscleNerd» ist es offenbar jetzt schon gelungen, das iPhone OS 4.0 zu knacken. In eine YouTube-Clip zeigt er eine iPhone-Oberfläche mit installiertem Cydia. Damit können auch Applikation zum Laufen gebracht werden, die von Apple nicht in den App Store zugelassen wurden (20 Minuten Online berichtete). Auch George Hotz, besser bekannt als Geohot, hat auf seinem Blog einen Jailbreak für das hierzulande auf Ende April angekündigte iPad gezeigt. Mit Hilfe seines Tools blackra1 hat er es zustande gebracht, Cydia auch auf dem iPad zum Laufen zu bringen.

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