Bauernprotest: Stiefel verfehlten Leuthard absichtlich
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BauernprotestStiefel verfehlten Leuthard absichtlich

Die Stiefelwürfe durch erzürnte Landwirte auf Bundesrätin Leuthard vom Freitag in Saignelégier JU waren sorgfältig vorbereitet. Die Werfer waren instruiert, fünf Meter vor die Bühne zu zielen.

Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard war damit laut der Westschweizer Bauerngewerkschaft Uniterre nie in irgendeiner Weise gefährdet gewesen. Zudem hätten die Stiefelwürfe nicht ihrer Person gegolten. Obwohl die Aktion schockieren könne, habe sie eine Vorgeschichte.

Leuthard verweigere sich, nicht die Bauern

Nun von einer Dialogverweigerung seitens von Uniterre zu sprechen, gehe zu weit. Zu wiederholten Malen hätten die Landwirte eine Aussprache mit Leuthard gefordert, immer vergeblich. Zudem demonstrierten sie nicht nur, sondern machten auch konstruktive Vorschläge, schreibt Uniterre.

CVP-Präsident Christophe Darbellay übte am Montag in Interviews mit den Tageszeitungen «24 heures» und «Tribune de Genève» harte Kritik an der Attacke auf die Bundesrätin seiner Partei und an den Bauern. Der Bundesrat habe für die Landwirtschaft gerade 28 Millionen freigegeben. Sollten die Bauern das nicht wollen, könne das Parlament den Kredit immer noch ablehnen, drohte er.

Nur einige Landwirte seien derart militant, dass sie Stiefel werfen, sagte Darbellay. Alle anderen aber würden schweigen und seien damit Komplizen. Organisationen wie der Schweizerische Bauernverband (SBV) müssten bei konstruktiven Lösungen helfen.

Bauernverband distanziert sich

SBV-Präsident Hansjörg Walter distanzierte sich bereits am Sonntag von der Aktion. Sein Verband habe mit Uniterre nichts zu tun, Uniterre sei nicht SBV-Mitglied. «Mit ihrer Aktion repräsentieren die Stiefelwerfer die Schweizer Bauern nicht», sagte der SVP-Nationalrat.

Landwirtschaftsminsterin Leuthard war am Freitag an der Käseolympiade von Dutzenden Bauern mit Stiefeln beworfen worden. Sie buhten die Volkswirtschaftsministerin aus und störten ihre Rede. Leuthard wurde von Leibwächtern mit Schirmen und von Polizisten beschützt.

(sda)

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