Aktualisiert 21.01.2005 12:19

Stiefmütterchen in der Rahmsauce

Im Kanton Bern sind im vergangenen Jahr rund 11 000 Lebensmittelbetriebe kontrolliert worden. Dabei stiessen die Kontrolleure auch auf Skurriles, zum Beispiel Stiefmütterchen in der Rahmsauce.

Ein Berner Wirt wollte seinen Gästen ein blumiges Vergnügen bieten: in der Rahmsauce schwammen farbige Stiefmütterchen, die Glacen waren mit gelben Tagetes, im Volksmund etwa «stinkende Hoffahrt» genannt, dekoriert. Die Blumen taten ihrem Namen offenbar alle Ehre und «stanken penetrant», wie dem Bericht des Kantonslabors vom Freitag zu entnehmen ist.

Untersucht wurde auch in der Schweiz verkauftes australisches Wildschwein. Das Fleisch stammte nicht, wie der Name vermuten liesse, von Wildschweinen, sondern von wild lebenden Hausschweinen. Beim Grenzübertritt wurde aus normalem Schweinefleisch auf einmal teures Wildschweinefleisch.

Schlagrahm beanstandet

Unappetitliches gabs vom Schlagrahm zu berichten. 60 Prozent der Proben aus Schlagrahmmaschinen und Rahmbläsern in Gastwirtschaftsbetrieben wurden beanstandet. Die Hälfte der überprüften Geräte wurde aus dem Verkehr gezogen. Besser schnitt der von Hand oder mit dem Mixer geschlagene Rahm ab. Schlagrahm aus der Dose ist von einwandfreier Qualität.

Auch bei den vorgekochten, offen verkauften Spätzli brachte das Labor Vorbehalte an. Einwandfrei sei hingegen die abgepackte Ware. Auch keine Freude hatten die Kontrolleure an den Soft-Ice-Ständen. Rund die Hälfte der von Marktfahrern angebotenen Waren erfüllten die hygienischen Anforderungung nicht.

Besserung beim Frittieröl

Die Zeiten von ranzigem Frittieröl sind hingegen vorbei: Die Qualität des Öls wird sehr oft kontrolliert, was im Kanton Bern zu erfreulichen Ergebnissen geführt habe, heisst es im Bericht weiter. 90 Prozent der Friteusen waren in Ordnung.

Nebst den Kontrollen vor Ort führte das Kantonale Laboratorium im vergangenen Jahr rund 11 500 Lebensmittel- und Trinkwasserproben durch. Dabei mussten rund 10 Prozent der Proben wegen verminderter Qualität oder Verdorbenheit beanstandet werden. Gegen Lebensmittelbetriebe wurden insgesamt 90 Strafanzeigen eingereicht.

Rund 35 Prozent aller Betriebe wiesen einzelne Mängel auf, diese seien aber nur bei 3 bis 5 Prozent der Betriebe gravierend oder gar unhaltbar. Am häufigsten kämen solche Fälle im Gastgewerbe vor.

(sda)

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