Zug: Stieftochter mindestens 400-mal missbraucht

Aktualisiert

ZugStieftochter mindestens 400-mal missbraucht

Ein heute 41-Jähriger soll seine Stieftochter über Jahre bis zu 1000-mal sexuell missbraucht haben. Er wollte dies vor Gericht als «Verschwörung» gegen ihn darstellen.

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dag

Laut Anklage der Zuger Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte seine 20 Jahre jüngere Stieftochter zwischen 2007 und 2011 mindestens 400- bis maximal 1000-mal sexuell missbraucht haben. Die Übergriffe geschahen, als die Mutter des Mädchens nicht zu Hause war oder schlief. Den Geschlechtsverkehr mit seinem Opfer vollzog der Mann manchmal ungeschützt oder er benutzte entweder ein Kondom, eine Folie oder einen Frischhaltesack.

An Schwangerschaft sollte Deutscher schuld sein

Bei einem der vielen Missbräuche schwängerte der heute 41-Jährige aus der Karibik seine Stieftochter. Sie war zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alt. Der Täter sorgte dafür, dass seine Stieftochter das ungewollte Baby mit Medikamenten in einer Klinik abtreiben liess. Wie die «Neue Luzerner Zeitung» berichtete, war der Mann gar so dreist, dass er die Schuld für die Schwangerschaft auf seine Stieftochter abschob: Die 14-Jährige sei von einem Deutschen schwanger geworden, nachdem sie mit diesem einen One-Night-Stand gehabt habe.

Verschwörungstheorie ist haltloses Hirngespinst

Der Beschuldigte bestritt die Anschuldigungen seit seiner Verhaftung im Jahr 2012. Er versuchte, sich als Opfer einer familiären Verschwörung darzustellen. Das allerdings glaubte ihm vor Gericht niemand: Im Urteil des Strafgerichts wurde ausgeführt, «dass die vorgebrachte Verschwörungstheorie und die angebliche Instrumentalisierung der Stieftochter durch ihre Familie als haltloses Hirngespinst zu qualifizieren sind».

Der Täter hatte vier Frauen

Die Verwandten sind der Meinung, dass der Täter ein Flohnerleben auf Kosten seiner Schweizer Ehefrau führte. Neben ihr hatte er auch noch eine Slowakin als Partnerin; aus dieser Beziehung gingen zwei Kinder hervor. Neben seiner Ehefrau und der Slowakin hatte der Mann noch zwei weitere Beziehungen. Seine Ehefrau leitete 2013 die Scheidung ein.

Mann soll acht Jahre hinter Gitter

Die zahllosen Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen erachtete das Gericht objektiv und subjektiv als sehr schwer. Er habe die persönliche und sexuelle Integrität des Mädchens aufs Gröbste verletzt. Das Zuger Strafgericht verurteilte den Mann zu acht Jahren Gefängnis und entsprach damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der heute 21-jährigen Stieftochter wurde eine Genugtuung von 50'000 Franken zugesprochen.

Mit diesem Urteil gibt sich der mutmassliche Vergewaltiger nicht zufrieden: Er zieht es an die nächste Instanz weiter.

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