18.07.2016 18:03

Schlachthof Zürich

Stier sprang über 1,70 Meter hohe Abschrankung

Ein Stier büxte am Freitag aus dem Zürcher Schlachthof aus und musste auf der Flucht erschossen werden. Der Betrieb hält an seinen Sicherheitsmassnahmen fest.

von
ced
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Rund 1,70 Meter hoch ist die Umzäunung der Einstallung: Kein Problem für den Stier, der am Freitag ausbüxte.

Rund 1,70 Meter hoch ist die Umzäunung der Einstallung: Kein Problem für den Stier, der am Freitag ausbüxte.

ced
Zudem sprang er über diese Betonmauer ...

Zudem sprang er über diese Betonmauer ...

ced
... rannte weg von der Anlieferung ...

... rannte weg von der Anlieferung ...

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Tiere werden angeliefert und kommen vor Ort in eine umzäunte Einstallung, von wo aus sie zum Schlachtungsprozess gelangen – das übliche Prozedere im städtischen Schlachthof Zürich. Dieses wurde aber am vergangenen Freitag jäh unterbrochen: Ein Stierkalb büxte aus und musste nach einer Flucht durch die halbe Stadt von einem Wildhüter erschossen werden.

Nun ist bekannt, wie der Stier überhaupt flüchten konnte. Laut dem Geschäftsführer des Schlachtbetriebs Zürich (SBZ), Hans Rudolf Hofer, übersprang er nicht nur die rund 1,70 Meter hohe Absperrung der Einstallung und eine Betonmauer, sondern auch einen Weiderost. Dabei handelt es sich um im Boden eingelassene Metallstäbe, die für Huftiere nicht passierbar sind.

«Selten habe ich einen solchen Stier gesehen»

Der Zürcher Tierschutz forderte infolge des Vorfalls eine Anpassung der Sicherheitsmassnahmen. Diese seien aber ausreichend, sagt Hofer. Bislang habe sich nur ein vergleichbarer Vorfall ereignet – und zwar 2006, als ein ebenfalls panischer Stier vom Areal floh. Beachtet man, dass seither rund 500'000 Tiere ohne Zwischenfälle geschlachtet wurden, ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs laut Hofer verschwindend gering.

Zudem habe es sich am Freitag um einen speziellen Vorfall gehandelt: «Selten habe ich einen Stier gesehen, der eine solche Energie entwickelte», sagt Hofer. Dieser Risikofaktor bestehe leider – die hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht.

Protest von Tierschützern

Die Flucht des Stiers rief am Samstag rund 50 Tierschützer auf den Plan. Sie demonstrierten vor dem Schlachthof und forderten dessen Schliessung. Hofer selbst hatte keinen persönlichen Kontakt zu ihnen: «Ich akzeptiere die Meinung der Tierschützer. Gleichzeitig fordere ich aber auch gegenseitigen Respekt.»

Klar sei das Schlachten von Tieren nichts Schönes, gehöre aber zur Fleischproduktion dazu. Hofer: «Jemand, der gerne ab und zu ein gutes Stück Fleisch isst, sollte dies auch ohne schlechtes Gewissen tun dürfen.»

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