Aktualisiert 09.07.2006 13:19

Stiere schlagen zurück - 120 Verletzte bei Corrida

Bei der Stierhatz im nordspanischen Pamplona sind am Wochenende fast 120 Stierhetzer verletzt worden. Einem Spanier wurde von einem Stierhorn der Bauch aufgeschlitzt.

Für weitere sechs Teilnehmer endete das gefährliche Spektakel im Spital, wie die Rettungsdienste am Sonntag mitteilten.

Ein 21 Jahre alter Spanier wurde von einem der bis zu 600 Kilogramm schweren Bullen im Bauch aufgespiesst und musste notoperiert werden. Unter den Verletzten waren auch 14 Minderjährige, obwohl deren Teilnahme strikt verboten ist.

Bei dem von Tierschützern kritisierten Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen sechs Kampfstiere und sechs zahme Leitochsen durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt. Hunderte junge Männer, die «mozos», laufen dabei vor den Tieren her.

Als einzige «Waffe», um diese von sich fern zu halten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt. Abends werde die Kampfstiere dann in der Arena von den Toreros getötet.

Seit 1924 sind bei den traditionellen Stiertreiben (»encierros») 14 Läufer ums Leben gekommen, zuletzt 2003 ein 62-jähriger Spanier. Die Hatz ist der tägliche Höhepunkt des Volksfestes zu Ehren von Pamplonas Schutzpatron San Fermín. Es wurde durch Ernest Hemingways Roman «Fiesta» (1926) weltbekannt. (sda)

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