Stiftung Pro Facile entlastet
Aktualisiert

Stiftung Pro Facile entlastet

Die Eidgenössische Stiftungsaufsicht hat die Untersuchung über die wegen riskanter Anlagestrategien kritisierte Stiftung Pro Facile abgeschlossen.

Laut Stiftung wurden die Vorwürfe der ehemaligen Stiftungsräte Anita Fetz und Roberto Zanetti widerlegt. Letztere sehen sich in ihrem damaligen Vorgehen ebenfalls bestätigt.

Der Entscheid der Stiftungsaufsicht wurde am (gestrigen) Mittwoch der Stiftung sowie den Anzeigenden zugestellt, wie das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) am Donnerstag mitteilte. Inhaltlich äusserte sich die Stiftungsaufsicht nicht zu den vertraulichen Ergebnissen, hielt aber fest, dass Stiftungsaufsicht und Eidgenössische Bankenkommission (EBK) ihr Ziel erreicht hätten, und zwar nicht zuletzt dank dem Einsatz der Stiftung während der Verfahren. Es ging dabei laut Mitteilung namentlich um die Rückführung der von der Stiftung getätigten Anlagen und der entgegengenommenen Darlehen zum Schutz der Darlehensgeber und zur Vermeidung einer Liquidation.

Wie Pro Facile mitteilte, kamen die Untersuchungsbehörden zum Schluss, dass die Stiftung gemäss ihrem Stiftungszweck gehandelt hatte und die finanziellen Aktivitäten im Hinblick auf die Zweckführung ordnungsgemäss erfolgten. Pro Facile werde zugleich attestiert, das die getätigten Finanzanlagen vollumfänglich zurückgeführt worden seien. Es werde zudem bescheinigt, dass der Stiftungsrat seine Kompetenzen nicht verletzt und weder falsch noch unvollständig über die finanzielle Lage informiert habe. Ebenso sei die Liquidität der Stiftung jederzeit gegeben gewesen. Unzulässige Verflechtungen der Stiftung mit anderen juristischen Personen seien ebenso verneint worden wie die Ausrichtung von Wahlspenden durch die Stiftung. Pro Facile könne deshalb ihre Tätigkeit ab sofort wieder aufnehmen. Laut Pro Facile hat die Untersuchung damit die Vorwürfe von Fetz und Zanetti widerlegt. Beide hätten jederzeit Zugriff zu allen Akten gehabt und als Vizepräsidenten und Mitglieder des Stiftungsrats alle Entscheide bis zu ihrem Austritt mitgetragen und mitverantwortet.

Die Basler Ständerätin Fetz und der Solothurner Regierungsrat Zanetti sehen sich ihrerseits in ihrem Austritt aus dem Stiftungsrat am 2. Juli 2004 bestätigt. Pro Facile habe den Ernst der Lage ebenfalls erkannt und unter Aufsicht von EBK und Stiftungsaufsicht alle Darlehen zurückgezahlt. Auch die im Hedge Fund «Solo Fund» des inzwischen verhafteten Financiers Dieter Behring angelegten Gelder seien noch rechtzeitig zurückgefordert worden.

Über die Verwendung der vorsorglich hinterlegten Gelder in der Höhe der seinerzeitigen Wahlkampfspenden der Solothurnerhof AG wollen Fetz und Zanetti nach Ablauf der Rechtsmittelfrist von 30 Tagen und nach Einsicht in den EBK-Bericht entscheiden. Bei Fetz geht es um 30.000 Franken, bei Zanetti um 20.000 Franken. (dapd)

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